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Kosmetikerin lässt angebliche Arztgattin suchen und wird geprellt

Mit 450.000 Euro untergetaucht

Eine Kosmetikerin hatte doppelt Pech: Erst soll die vermeintliche Gattin eines Schönheitschirurgen ihr 450.000 Euro unterschlagen haben. Dann versprach ein Bekannter, nach ihr zu suchen. Er kassierte 4500 Euro von der Kosmetikerin und gab sie für sich selbst aus. Jetzt stand der 49-Jährige wegen Betrugs vor Gericht.

Castrop-Rauxel

, 30.05.2018
Kosmetikerin lässt angebliche Arztgattin suchen und wird geprellt

Ein 56-Jähriger musste sich wegen Betrugs vor dem Amtsgericht verantworten. Er unterschlug 4500 Euro Spesen einer Kosmetikerin. © Foto: Tobias Weckenbrock

Wenn eine Person untertaucht, die einem rund 450.000 Euro schuldet, greift man auch nach dem letzten Strohhalm, um zu seinem Recht und Geld zu kommen. Eine solche Hilfe schien sich vor drei Jahren der Inhaberin eines Kosmetik- und Ernährungsinstituts zu bieten, als sie einem potenziellen neuen Lieferanten ihr Desaster schilderte. Doch die Hilfe entpuppte sich als Betrug. Der Lieferant stand am Dienstag vor dem Amtsrichter.

Die 56-Jährige war von der angeblichen Gattin eines Düsseldorfer Schönheitschirurgen um mehrere 100.000 Euro geprellt worden. Danach war die Frau untergetaucht. Der finanzielle Ruin drohte.

4500 Euro Spesen

„Da kann ich wohl helfen“, hatte der 49-jährige Angeklagte, selbstständig in der Kosmetikbranche, versprochen. „Ich kannte durch Bekannte Leute, die die richtigen Connections hatten, die wollte ich kontaktieren“, sagte er aus. Zuvor kassierte er von der Geschädigten 4500 Euro für anfallende Spesen, versprach im Gegenzug, die Gesuchte innerhalb von sechs Wochen zu finden.

Doch im Café an der Dortmunder Brückstraße, wo sich die Kontaktleute angeblich aufhielten, traf er niemanden an, konnte keinen beauftragen, im Milieu zu recherchieren. Das Geld verbrauchte er nach und nach für sich, vertröstete die Kosmetikerin.

Wirtschafts-Detektiv findet die Frau

Die flüchtige Frau wurde später in Sizilien gefunden. Das schaffte ein versierter Wirtschafts-Detektiv, der den Fall ins Fernsehen brachte, um ihn öffentlich zu machen. Was trotz der finanziellen Hilfe durch den Sender der Geschädigten viel Geld kostete.

Geld gesehen hat die Kosmetikerin bislang dennoch nicht. „Da haben Sie dem schlechten Geld noch gutes hinterher geworfen“, so der Richter. Die angebliche Chirurgengattin, die auch gesucht worden war, weil sie ein Hotel um 80.000 Euro betrogen hatte, hat nach der Festnahme eine Haftstrafe verbüßt, soll aber inzwischen wieder auf freiem Fuß sein.

Mehrere Vorstrafen wegen Betrugs

Die Verlesung der Vorstrafen des 49-Jährigen brachten zutage, dass er schon mehrfach wegen Betrugs verurteilt worden war, Geld- und Haftstrafen kassiert hatte.

Der Richter verurteilte ihn am Dienstag zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe mit der Auflage, der Geschädigten zwei Jahre lang monatlich 200 Euro zu zahlen. Damit erhält sie einen kleinen Betrag zurück, ob sie von der Riesensumme etwas wiedersieht, bleibt ungewiss.

*In einer vorherigen Version dieses Artikels haben wir vom 56-Jährigen Angeklagten geschrieben. Das ist falsch, er ist 49 Jahre alt.

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