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Weihnachten, wie es sein sollte

CASTROP-RAUXEL Der Weihnachtsbaum ist geschmückt, im ganzen Haus duftet es nach Keksen, Braten und Rotkohl. Geschenke liegen bunt verpackt unter dem Baum und die ganze Familie freut sich auf Heiligabend.

von Von Tina Hassel

, 26.12.2007
Weihnachten, wie es sein sollte

Über ein großes Stück Torte und einen heißen Kaffee freuten sich die Gäste im Wichernhaus. Mehr als 120 waren gekommen, um gemeinsam Weihnachten zu feiern.

So sollte es sein am 24. Dezember. Weihnachten das Fest der Liebe sollte man mit seinen Liebsten zu Hause verbringen. Doch was, wenn man kein Zuhause hat? Was wenn die Leute, die man lieb hat, alle schon gestorben sind? Und wenn es dieses Jahr kein Geld für Weihnachtsgeschenke und Rotkohl und Braten gibt? Seit 34 Jahren lädt ein großer Kreis ehrenamtlicher Helfer in das Wichernhaus in der Castroper Innenstadt ein.

Es sind Senioren, die alleine leben, Obdachlose, die für ein paar Stunden ein Dach über den Kopf genießen und Familien mit Kindern bei denen die finanziellen Mittel für ein eigenes Fest nicht reichen. Seit dem Tod seiner Frau fühlte sich Werner alleine. Besonders schwierig für ihn ist das Weihnachtsfest. Und da las Werner in der Zeitung von der Weihnachtsfeier im Wichernhaus, nahm eine Bekannte aus dem Fitnessstudio mit, beide machten sich schick und freuten sich auf ein unterhaltsames Programm im Wichernhaus.

Schon das dritte Mal in Folge wurde die Weihnachtsfeier im Wichernhaus musikalisch von der Musikgruppe von Michael Jacobasse gestaltet. „Wir freuen uns immer wieder über die Musiker aus Recklinghausen“, so Ute Pfahlburger, die das Fest im Wichernhaus schon seit 17 Jahren organisiert.

Joachim ist nun schon zum dritten Mal im Wichernhaus und freut sich immer besonders auf das Singen. „Wir singen die ganze Palette rauf und runter – ‚O du Fröhliche' bis zu ‚Stille Nacht heilige Nacht'“, so Joachim und gibt seinem Kumpel Heinz, der dieses Jahr zum ersten Mal hier ist, einen Stups in die Seite.

"Alleine ist doch einsam"

„Alleine ist doch einsam“, weiß auch Ana. Ana kommt aus dem Kasachstan und fühlt sich schrecklich allein zu Hause. Ana liebt tolle Gespräche, lacht und singt gerne. Zusammen mit Freundinnen sitzt sie an einem Tisch und freut sich über ein großes Stück Schokoladentorte und einen heißen Kaffee.

Insgesamt 120 Gäste sind am 24. Dezember im Wichernhaus, um den heiligen Abend zu feiern. Genießen Kaffee und Kuchen und nach der Andacht von Pastor Grogozelski gibt es Rouladen, Rotkohl und Klöße. Gekocht wurden diese Weihnachtsköstlichkeiten von der Firma Bols und gespendet von den grünen Damen des evangelischen Krankenhauses.

97-jährige gewinnt Pralinenschachtel

Am Ende des Festes wird jeden Jahr ein Spiel gespielt: „Wer ist der/die Älteste im Saal“. Dieses Jahr gewinnt Martha Charlotte Elisabeth Güth, die am 9.10.1910 in Bunzlau/Niederschlesien das Licht der Welt erblickte. Eine Pralinenschachtel bekommt die 97-jährige und freute sich über ihr Geschenk sehr.

"Arbeit lohnt sich´"

Doch auch jeder andere Gast darf sich am Ende des Festes über ein Geschenk freuen. Eine prall gefüllte Tüte mit Süßigkeiten und Obst darf jeder Besucher mit nach Hause nehmen. Besonders gefreut haben sich Ibrahim, Mina und Almedin, die mit ihren Eltern aus Bosnien kommen und dieses Jahr auch zum ersten Mal im Wichernhaus feiern. „Sehr viele neue Gesichter sind dieses Jahr zu unserer Feier gekommen“, so Ute Pfahlburger, schaut in die glücklichen Gesichter der Gäste und weiß: „und deshalb lohnt es sich immer wieder diese Arbeit zu machen.“ 

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