Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

"Wie bei Mietnomaden"

CASTROP-RAUXEL Der silberne Renault ist ein Paradebeispiel. Seit dem Winter ist das Auto am Westring geparkt. Der TÜV ist seit Februar 2005 abgelaufen. Die ASU gilt nicht mehr. - Aber auch abgemeldet ist der Wagen nicht.

von Von Julia Grunschel

, 18.08.2007
"Wie bei Mietnomaden"

Seit Februar steht der Renault am Westring.

Mit ein wenig gutem Willen lässt sich an den Reifen des am Westring geparkten silbernen Renaults noch der eingetrocknete Matsch aus den Wintermonaten erkennen. Denn so lange steht der Wagen schon gegenüber dem EUV.

"Der TÜV ist seit 2005 abgelaufen", beschwert sich ein Leser, der seinen Namen nicht nennen will. Täglich fährt er an dem Auto vorbei. "Im Februar hab ich den Wagen schon beim Ordnungsamt gemeldet. Dann war mal ein Zettel an der Windschutzscheibe, aber der Wagens steht ja immer noch da."

Wagen darf unbegrenzt stehen bleiben

Stimmt alles, bestätigt Heinz-Dieter Morawski vom Ordnungsamt. Im Februar habe er auf den Hinweis hin ermittelt, dass zwar TÜV und ASU abgelaufen sind, aber der Wagen versicherungstechnisch noch nicht abgemeldet ist. "Das heißt, Versicherung und Steuern werden noch gezahlt", verdeutlicht Morawski. Da das Fahrzeug ein Herner Kennzeichen hat, hat der Ordnungsamtsmitarbeiter seine Herner Kollegen über die Ordnungswidrigkeit (abgelaufenrer TÜV) informiert.

Am Westring darf der Wagen unbegrenzt stehen bleiben, denn von dem Fahrzeug geht keine Gefahr aus: es ist vorschriftsmäßig geparkt und behindert niemanden. "Generell versuchen wir immer, den Halter zu ermitteln. Aber das ist oft schwieriger als gedacht", erklärt Morawski. Nicht alle Halter melden sich an beziehungsweise ab. "Das ist wie bei Mietnomaden", sagt er. Auch würden oft Kaufverträge vorgelegt, die es gar nicht gebe.

Zahlen sind deutlich zurückgegangen

Vor Jahren standen auf Castrop-Rauxels Straßen pro Jahr zwischen 200 und 300 Autos, die abgemeldet waren, aber nicht entsorgt wurden. "Diese Zahlen sind aber deutlich zurückgegangen. Denn für Schrott gibt es zurzeit verhältnismäßig viel Geld", weiß Morawski. 40 Autos waren es im vergangenen Jahr.

Wird das Ordnungsamt auf ein abgemeldetes Fahrzeug aufmerksam, wird dort zunächst eine Benachrichtigung für den Halter hinterlassen. Meldet dieser sich nicht innerhalb einer bestimmten Frist, versucht ihn das Amt zu ermitteln. Schließlich soll der Halter selbst für die Entsorgung aufkommen. "Uns kostet das rund 200 Euro plus die Ordnungswidrigkeit", rechnet Morawski vor. Viel Geld, das natürlich erst dann ausgegeben wird, wenn es dringend notwendig ist.

Lesen Sie jetzt