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Wurde der Einbruch nur vorgetäuscht?

CASTROP-RAUXEL Zur ersten Hauptverhandlung kam der Angeklagte nicht, beim zweiten Termin am Freitag glänzte ein Hauptzeuge durch Abwesenheit. Das Unterfangen, nachzuweisen, ob der Einbruch am 8. September 2006 in eine Imbissbude in Ickern nur vorgetäuscht war, erweist sich für Amtsrichter Schwarz als denkbar zäh.

von Von Gabriele Regener

, 26.10.2007

Fakt ist, dass zwei Spielautomaten geknackt wurden und exakt 1138,32 Euro verschwanden. Die Spurensicherung der Polizei hält einen Einbruch von außen für undenkbar. Hinein konnten aber nur der Verpächter und der Pächter, der jetzt die Anklagebank drückt. „Ich habe damit nix zu tun“, ereiferte sich der 46-Jährige.Spurensuche An jenem fraglichen Abend schloss der heute arbeitslose Kiosk-Betreiber nach einem halben Jahr die Tür das letzte Mal ab. Der Laden hatte sich nicht rentiert. Da war angeblich alles noch da. Doch als einige Tage später der Mitarbeiter der Automatenfirma vor der Tür stand, war diese verschlossen, doch ein Fenster war lediglich angelehnt und wies deutliche Spuren von Gewalteinwirkung auf. Das sagte der Mitarbeiter einer Taxizentrale aus, die auf dem selben Gelände angesiedelt ist. Gemeinsam mit dem Automaten-Aufsteller war er um das Gebäude gegangen, hatte ins Fenster gespäht und konnte dort keine Automaten mehr erkennen. Dafür aber eine schwere Kaffeemaschine, die hinter der Fensterscheibe auf einer Anrichte stand. Und es einem möglichen Einbrecher schwer gemacht hätte, hineinzukommen, ohne den Apparat vom Tisch zu stoßen.Beweismittel Zudem vermisste die Polizei Spuren auf Fensterbank und Anrichte, stellte dafür aber fest, dass die 17 Hebeleinwirkungen am Fensterrahmen und die verbogenen Metallvorrichtungen dafür sprächen, dass diese Schäden von innen her verursacht worden seien. Das Beweismittel, ein krummer Metallriegel, wurde dazu auf dem Richtertisch ausgepackt und begutachtet. Etwas verworren war die Zeugenaussage eine Pizzeriabetreibers, wo der Angeklagte gegessen, einen Spielautomaten gefüttert hatte und dazu jede Menge Münzen mit sich führte. Auch habe er davon gesprochen, dass in seinem Imbiss eingebrochen wurde. Aber wann das genau war, konnte nicht geklärt werden. Jetzt kann nur noch die Aussage des Mitarbeiters der Automatenfirma Licht ins Dunkel bringen. Weil er der Verhandlung aber unentschuldigt fern blieb, belegte ihn Richter Schwarz mit einem Ordnungsgeld von 100 Euro – ersatzweise zwei Tage Arrest – und vertagte die Verhandlung ein weiteres Mal.

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