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Zeichen gegen Kinderarmut

CASTROP-RAUXEL Mit seiner Unterschrift setzte Bürgermeister Beisenherz ein Zeichen. Gegen die wachsende Kinderarmut in der Europastadt. „Es ist weit gekommen im Wohlfahrtstaat“, beschrieb er die Dramatik der Lage. Mehr als jedes sechste Kind unter 15 Jahren, in Zahlen ausgedrückt 693 oder mehr Kinder, leben allein in Castrop-Rauxel am Existenzminimum.

von Von Gabriele Regener

, 28.11.2007
Zeichen gegen Kinderarmut

Mit seiner Unterschrift setzte Bürgermeister Beisenherz ein Zeichen.

Das will auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in der Emscher-Lippe Region nicht hinnehmen und initiierte die Unterschriftenaktion. Damit sollen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zum Widerstand gegen diese moralische und gesellschaftliche Katastrophe aufgerufen werden, umriss DGB-Regionsvorsitzender Josef Hülsdünker, die Beweggründe für den Kampf gegen Kinderarmut. Schon jetzt sei die soziale Spaltung gravierend, betonte Hülsdünker. Es sei allerhöchste Zeit, tätig zu werden. Denn die jungen Erwachsenen, die aus der Kinderarmut herauswachsen, sind die Hartz IV-Empfänger von morgen. Ohne Arbeit, ohne Ausbildung, eventuell auch noch ohne Schulabschluss. Und das sei, angesichts des sich bereits abzeichnenden Fachkräftemangels in einer erstarkenden Wirtschaft, hochgradig alarmierend. Bürgermeister Beisenherz wies auf die Diskrepanz zwischen Wollen und Dürfen hinsichtlich der Hilfestellung hin. So sage sein Gefühl sofort „Ja“, zur Forderung, den Kindern von Hartz IV-Empfängern ein Weihnachtsgeld von 50 Euro zu zahlen. Doch Landes- und Bundesgesetze bänden ihm die Hände. Nach konkreten Maßnahmen befragt, wünscht sich Hülsdünker von der Politik, neben der Lernmittelfreiheit das Bildungssystem zu reformieren. Auch Sitzenbleiben sei überholt, dafür gebe es in anderen europäischen Ländern viele positive Beispiele. Angestrebtes Ziel ist es, so Udo Behrenspöhler, Vorsitzeder des DGB-Ortsverbandes Castrop-Rauxel, der Armut und Benachteiligung der Kinder ein politisches Ende zu setzen um dem „Teufelskreis der Armut“ zu begegnen. Zur Unterschrift des Stadtoberhauptes sollen möglichst viele Bürger ebenfalls ihre Unterschrift leisten und damit ein Zeichen gegen Kinderarmut setzen. Dazu wird in der Altstadt ein Informationsstand aufgebaut. Mit diesen Unterschriftenlisten soll den Forderungen an die Politiker in Düsseldorf und Berlin Gewicht verliehen werden.