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Fußball: Legdener Spielertrainerin kritisiert Vereine

Christina Krause: „Frauenfußball wird nicht ernst genommen“

legden Christina Krause vom SuS Legden kritisiert den Stellenwert ihres Sports. Als Beispiel nennt sie die Entwicklung bei ihrem Ex-Klub Kiel.

Christina Krause: „Frauenfußball wird nicht ernst genommen“

Spielertrainerin Christina Krause sorgt sich trotz erfolgreicher Saison um die Zukunft des Frauenfußballs beim SuS Legden. Foto: sh

Die Ankündigung, dass Holstein Kiel seine Frauenfußballabteilung abmelden will, sorgte bundesweit für große Empörung. Auch bei Christina Krause. Die Spielertrainerin des SuS Legden kickte früher selbst in Kiel und sorgt sich um die Entwicklung ihres Sports – generell, aber auch speziell in Legden. Wir sprachen mit der 26-Jährigen.

Ihre Mannschaft spielt aktuell um den Aufstieg in die Bezirksliga. Normalerweise sollte die Stimmung in Legden euphorisch sein…
Ja, eigentlich schon. Aber ich mache mir durchaus auch Sorgen. Wir können froh sein, dass wir momentan überhaupt eine Mannschaft stellen können. Wir haben nur 13 Spielerinnen im Kader, die regelmäßig dabei sind, einige nur sporadisch. Deshalb wäre es schon ein kleines Wunder, wenn wir in die Bezirksliga aufsteigen würden. Aber da müssen wir uns auch die Frage stellen: Wie geht es nächste Saison weiter?

Warum ist denn die Personaldecke so dünn?
Zwei Spielerinnen werden uns nächste Saison wohl aufgrund von Umzug und Studium verlassen. Im Verein fehlt es uns an eigenem Nachwuchs. Wir haben zwar eine Spielgemeinschaft mit SW Holtwick, aber auf die Spielerinnen haben wir kaum Zugriff – warum auch immer. Ich denke schon, dass es verpasst wurde, mehr für den Nachwuchsbereich zu tun.

Sie haben sich in der aktuellen Ausgabe der Vereinszeitung „SuS-Express“ besorgt über den Stellenwert des Frauenfußballs in Deutschland geäußert. Was stört Sie konkret?
Dass der Frauenfußball in Deutschland nicht wirklich ernst genommen wird. Gerade das Beispiel Kiel hat gezeigt, dass einfach kaum Beachtung vorhanden ist – geschweige denn eine angemessene Bezahlung. Die Männer verdienen mittlerweile Millionen, obwohl im Frauenbereich der gleiche Aufwand betrieben wird.

Sie sprechen das Beispiel Kiel an, wo der Vorstand angekündigt hat, die Frauen-Abteilung abzuschaffen, um mehr Mittel für die Herren zu haben. Welche Reaktionen haben Sie aus Ihrem früheren Klub mitbekommen?
Mit der Kapitänin Sarah Begunk habe ich früher selbst noch zusammengespielt und hatte nach der Meldung Kontakt zu ihr. Natürlich war die ganze Mannschaft sehr verärgert. Mittlerweile ist der Verein ja zurückgerudert und will die Mannschaft doch halten. Das liegt vor allem an dem großen Aufschrei und der Solidarität von anderen Sportlern und sogar Politikern. Das war zumindest ein Zeichen, das Mut macht.

Fühlen Sie sich denn in Ihrer Arbeit beim SuS Legen ausreichend wertgeschätzt?
Es könnten sicher mehr Leute auf uns aufmerksam werden.

Besteht die Gefahr, dass der SuS nächstes Jahr gar nicht in der Bezirksliga antreten kann, falls der Aufstieg gelingen sollte?
Erstmal haben wir jetzt noch zwei Spiele, die wir gewinnen wollen, um vielleicht noch Erster zu werden. Wir sind aber darauf eingestellt, dass wir in die Relegation müssen, was sicherlich für alle ein Highlight wird. Wir wollen zeigen, dass man auch mit 13 Spielerinnen aufsteigen kann. Dann hoffe ich, dass wir genügend Spielerinnen zusammenbekommen, um weiterhin antreten zu können.

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