Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Bildergalerie

Das sagen die Fahrlehrer in der Region zum Personalmangel

06.03.2018
/
"Wenn man zusätzlich zu den Ausbildungskosten mit berücksichtigt, dass man ja auch seinen Lebensunterhalt bestreiten muss, dann können sehr schnell 20.000 oder sogar 30.00 Euro zusammenkommen", sagt Peter Picknik (l.) aus Haltern. Die Nachfolge in seiner Fahrschule ist geregelt: Sohn Kai (r.) übernimmt. Fahrlehrer werden in dem Betrieb dennoch gesucht.© Jürgen Wolter
Klaus Niehoff betreibt Fahrschulen in Vreden, Stadtlohn, Ottenstein und Gescher im Westmünsterland. Er sagt: "Wir haben zu wenig gute Fahrlehrer. Man muss engagiert, einfühlsam und geduldig sein, den Job ernst nehmen und damit klarkommen, wenn man wenig Freizeit hat."© Victoria Thünte
Tobias Niedrich (l.) hat die gleichnamige Fahrschule in Werne von seinem Vater Jürgen übernommen. Seit über einem jahr sucht er vergeblich einen neuen Fahrlehrer: "Ich habe es über Zeitungsanzeigen, das Arbeitsamt und Facebook versucht." Doch die Bewerber stehen auch hier alles andere als Schlange.© Helga Felgenträger
Karsten Stuckmann (2. v. r.) ist Inhaber der Fahrschule Lappenschmiede in Castrop-Rauxel und Dozent an einer Fahrlehrer-Fachschule. Er würde es begrüßen, wenn mehr Frauen den Beruf ergreifen würden. "Der Job erfordert auch viel Kopfarbeit. Wir bringen nicht nur das Fahren bei, sondern sind auch Psychologen, beste Freunde." Frauen seien häufig sehr viel empathischer als Männer und fänden einen guten Zugang, besonders zu den jüngeren Führerscheinanwärtern.© Till Meyer
Claudia und Norbert Schöne betreiben eine Fahrschule in Dorsten. Sie kritisieren die Zulassungsvoraussetzungen für den Beruf des Fahrlehrers, wo nicht einmal mehr ein Hauptschulabschluss vorgeschrieben ist. "Das Bildungsniveau sollte erhöht werden, nicht gesenkt", meint Claudia Schöne. Mit dem Beruf sei schließlich eine Vorbildfunktion und viel Verantwortung verbunden. © Marie Rademacher
Statt mit 22 Jahren können angehende Fahrlehrer die Ausbildung nun mit 21 Jahren beginnen. Zu früh, meint Gerd Holtkamp (v.), der eine Fahrschule in Selm betreibt: "Man muss doch erst selbst Erfahrungen sammeln als Fahrer, bevor man andere unterweist."© Sylvia vom Hofe
Der Dorstener Fahrlehrer Peter Overbeck hat nach langer Suche eine junge Fahrlehrerin gefunden und eingestellt. Den Nachwuchsmangel erklärt er so: "Junge Menschen haben sich sehr verändert. Ihr Tagesablauf ist sehr freizeitorientiert. Und wenn sie dann von einem Beruf hören, bei dem man um 8 Uhr anfängt und um 22 Uhr immer noch im Auto sitzt, dann hört sich das erst einmal nicht nach einem Traumberuf an." © Marie Rademacher
"Die Arbeitszeiten liegen oft in den Abendstunden und reich werden kann man als Fahrlehrer auch nicht", sagt der Halterner Fahrlehrer Jürgen Helmer. Trotzdem möchte er eine Lanze für den Beruf brechen: "Fahrlehrer ist ein Job, der Spaß macht, der interessant und abwechslungsreich ist. Man hat viel mit jungen Menschen zu tun. Insofern kann ich nur dazu raten, bei Interesse den Beruf zu ergreifen. Die Berufsaussichten sind hervorragend."© Jürgen Wolter
Robin Dukowski und Ehefrau Anika Baloumis-Dukowski führen eine Fahrschule in Lünen. "Wir würden sofort noch einen Fahrlehrer einstellen, aber der Markt ist wie leergefegt", sagt Anika Baloumis-Dukowski. Im Wettbewerb um die Nachwuchskräfte setzen die Eheleute auf ein gutes Arbeitsklima und familienfreundliche Arbeitszeiten. "Wenn mir einer unserer Fahrlehrer sagt, montags kann ich nicht schulen, das ist mein Familientag, dann richten wir das so ein", so Baloumis-Dukowski.
Wer sich um eine Erlaubnis als Pkw-Fahrlehrer bewirbt, braucht neuerdings nicht mehr zwangsläufig auch einen Motorrad- und Lkw-Führerschein. Daniel Bernhardt von der gleichnamigen Fahrschule aus Dorsten kritisiert diese Regelung: "Es ist gut, wenn man als Fahrlehrer weiß, wie sich ein Lkw-Fahrer oder ein Motorradfahrer im Straßenverkehr verhält."© Marie Rademacher
Heike Brümmer führt seit mehr als 20 Jahren eine Fahrschule in Werne. Sie kritisiert, dass Pkw-Fahrlehrer nicht mehr zwingend einen Motorrad- und einen Lkw-Führerschein benötigen: "Wenn ich selbst nicht gefahren bin, weiß ich nicht, welche Gefahren von mir ausgehen. So kann ich anderen die Gefahren eines heranrauschenden Motorrads oder den toten Winkel bei einem Lkw nicht erklären."© Sabrina Nierhoff
"Eine Überalterung ist ganz klar zu erkennen", sagt Jörg Voctor von der Fahrschule Gerlach in Dortmund. Er begrüßt die Veränderungen, die das neue Gesetz bringt. Sein Betrieb bietet bei der Fahrlehrer-Ausbildung Plätze für das Berufspraktikum an: "Diese Fahrlehrer haben wir auch immer direkt übernommen soweit möglich."© privat