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David und Thorben Firch - „Blut ist dicker als Leder"

Sportlerporträt

CASTROP-RAUXEL Es sei eine Art „Hass-Liebe“, die sie verbinde, meint David Firch über das Verhältnis zu seinem Bruder Thorben. Seit 14 Jahren spielen die Zwillinge zusammen Fußball. Ein Portrait.

von Von Christian Püls

, 08.04.2010
David und Thorben Firch - „Blut ist dicker als Leder"

Die Zwillinge David und Torben Firch (beide ehemals Schwerin) kehrten in der Winterpause zu Wacker Obercastrop zurück.

Die Rivalität zwischen den beiden Sportlern begann am 23. April 1987: David kam fünf Minuten früher zur Welt. Diesem ewigen Vorsprung läuft Thorben seitdem hinterher. Derzeit hat aber der Jüngere im sportlichen Vergleich die Nase vorn. Zumindest gab Uwe Esser, Trainer beim Bezirksligisten SV Wacker Obercastrop, bei den letzten Spielen Thorben den Vorzug. David kam nur zur Kurzeinsätzen. Beide sehen diesen Umstand  aber pragmatisch – und sportlich: „Der Teamgeist steht im Vordergrund.“ Dennoch kämpfen sie in jedem Training um den nächsten Einsatz. „Ich hätte mich bis zu Thorbens Verletzung selbst nicht eingewechselt“, gibt David unumwunden zu und meint seinen späten Einsatz (88.) im letzten Wacker-Pokalspiel gegen Westfalia Herne. Ähnliche Spielweise: "Robust und rustikal" Thorben sei größer und muskulöser, eigne sich also zur Abwehr großer, kopfballstarker Gegner, meint David. Er selbst hingegen verteidige besser gegen kleine, aber schnelle Gegner und profitiere dabei von seinem schnellen Antritt. Der Ältere meint: „Ich hätte auch kein Problem damit, wenn wir beide auf der Bank sitzen“ – „Doch“, widerspricht Thorben sofort. Gemeinsam auf dem Platz, würden sie aber harmonieren, versichern die Zwillinge. „Blut ist dicker als Leder“, sagt Thorben.Als „robust und rustikal“ beschreibt David Umgang der Firchs mit ihren Gegenspielern. Die Spitznamen, welche die Zwillinge bei ihrem letzten Verein Spvg Schwerin trugen, lassen jedoch eine leichte Untertreibung bei der Eigen-Charakterisierung vermuten: „Terror“ nennt man Thorben, „Psycho“ rief man David am Grafweg. Der ältere Bruder ist froh beim SV Wacker nur mit dem Vornamen gerufen zu werden. Ihren Wechsel vom Landesligisten Schwerin zum Bezirksligisten Obercastrop sehen die Brüder nicht als Rückschritt. „Wir haben hier einen großen Kader mit vielen guten Spielern“.Spaß am Fußball steht im Vordergrund Mit dem Ballsport begannen die Firchs bei BW Obercastrop in der E-Jugend. Als C-Junioren zog es sie zum Grafweg. „Das war die beste Möglichkeit zur Fußballausbildung“, erinnert sich Thorben. Zuletzt habe es aber nicht mehr so viel Spaß gemacht  - und der stehe im Vordergrund. „Wir blicken zurück auf neun wunderschöne Jahre bei Schwerin, für die wir dankbar sind“, sagt der Jüngere. Auch fern des Fußballplatzes wandeln die Zwillinge oft auf gleichen Pfaden: Sei es der Sport, Nebenjobs oder der identische Freundeskreis. „Nur die Freundinnen“, scherzt David, „brachten da mal Kreativität rein.“