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Debatte um „Athleten Deutschland“: Hartung skeptisch

Frankfurt/Main. Der neue Verein „Athleten Deutschland“ soll vom Bund finanziell unterstützt werden. Er soll aber nach Ansicht des CSU-Politikers Mayer und des DOSB ein Teil der Dachorganisation werden. Athletensprecher Hartung und SPD-Politikerin Freitag widersprechen.

Debatte um „Athleten Deutschland“: Hartung skeptisch

Sieht die Idee von CSU-Politiker Stephan Mayer skeptisch: DOSB-Athletensprecher Max Hartung. Foto: Henning Kaiser

DOSB-Athletenvertreter Max Hartung begegnet dem Vorstoß des CSU-Politikers Stephan Mayer, den vom Bund geförderten Verein „Athleten Deutschland“ unter dem Dach des Deutschen Olympischen Sportbundes anzusiedeln, mit Skepsis.

„Herr Mayer hat gesagt, dass wir miteineinander arbeiten sollen“, sagte der Säbelfechter der Deutschen Presse-Agentur. „Ich hielte es aber für bedenklich, wenn die Mittel für das Projekt in den Haushalt des DOSB einfließen würden. Das wäre keine Unabhängigkeit.“

Der „Verein Deutschland“, der in diesem Jahr mit einer Anschubfinanzierung von 225 000 Euro vom Bund unterstützt werden soll, wolle in den Strukturen des deutschen Sports arbeiten, aber „autonom und selbstbestimmt“ sein. „Zwei Jahre haben wir das Thema auf dem Tisch. Wir haben es überall vorgestellt, im Parlament, im Sportausschuss und es ist ein Posten im Haushalt geworden und in den Koalitionsvertrag aufgenommen worden“, erklärte Hartung. „Deshalb wundert es mich, dass die Debatte wieder eröffnet wird. Ich kann das nicht einordnen.“

Mayer, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, hatte im Interview des „Deutschlandfunks“ betont, dass die Athleten jedes Recht auf Gründung einer eigenständigen, privatrechtlichen Organisation hätten. Der DOSB dürfe aber nicht aus der Verantwortung entlassen werden, für seine Athleten eine Vertretung unter seinem Dach zu ermöglichen.

„Ich kann die Widerstände des DOSB nicht nachvollziehen. Die Athleten sind nach meiner Einschätzung auch in der neuen Organisation zur Zusammenarbeit bereit“, sagte Dagmar Freitag, die Vorsitzende des Sportausschusses des Deutschen Bundestages. „Der DOSB wird ihr Ansprechpartner sein. Entscheidend ist, dass sie sich unabhängig und professionell aufstellen können.“ Das, was zu leisten sei, sei von Ehrenamtlichen jedenfalls nicht mehr zu bewältigen.

„Grundsätzlich ist es aus meiner Sicht zu begrüßen, wenn sich Athleten unabhängig organisieren und professionalisieren“, sagte Freitag. „Gesellschaft, Medien, Politik: Wir sprechen immer von den mündigen Athleten. Und dann sollte der Bund diese nicht nur mit guten Worten unterstützen, sondern auch finanziell“, so die SPD-Politikerin.

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