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Dem «Platten» auf der Spur - Neue Reifen statt Fahrradpanne

Bremen/Karlsruhe (dpa/gms) - Plötzlich war der Reifen platt - wohl jeder Radfahrer hat eine solche Situation schon mal erlebt. In der Regel muss das Rad dann nach Hause geschoben werden.

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Dort sind jene Maßnahmen fällig, die sich seit Generationen kaum geändert haben: Das Rad wird demontiert, der Schlauch herausgezogen, um anhand aufsteigender Luftbläschen im Wasserbad den Schaden zu lokalisieren. Dann kommt ein Flicken auf die undichte Stelle. Seit einiger Zeit beschäftigen sich jedoch die Reifenhersteller verstärkt mit dem Thema Pannensicherheit und haben mittlerweile einige Lösungen parat, um die Anfälligkeit zu verringern.

«Die Pannensicherheit ist ein sehr wichtiges Thema», bestätigt Siegfried Neuberger, Geschäftsführer des Zweirad Industrie-Verbandes in Schwalbach im Taunus. «Gegenmaßnahmen werden bei den Anbietern oft ganz nach oben gestellt.» Dass solche Maßnahmen einen nützlichen Effekt haben, bestätigt Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Bremen: «Das ist nicht nur ein Marketing-Gag. Solche Maßnahmen können tatsächlich helfen, den Pannenschutz zu verbessern.»

Die Mittel dazu sind unterschiedlich. «Oft wird in den Reifen ein Pannenschutz-Gürtel eingebaut», erklärt Cibulski. Bei der vom Hersteller Rolf Bohle in Reichshof-Wehnrath (Nordrhein-Westfalen) angebotenen Marke Schwalbe setzt man auf das Material Vectran. «Ähnliche Materialien werden auch in schusssicheren Westen eingesetzt», so Sprecherin Doris Klytta. Das Material wird zu einem engmaschigen Netz unterhalb der Lauffläche gewebt. Das Netz soll eine hohe Schnittfestigkeit bieten, was Scherben das Eindringen erschwert. Die engen Maschen wiederum erhöhen die Durchstich-Festigkeit - spitze Gegenstände wie Nägel können den Reifen dadurch nicht durchbohren.

Eine andere Möglichkeit der Schadensverringerung besteht in der Verwendung einer dickeren Gummischicht. «Bei solchen Reifen befindet sich dann zum Beispiel unter der Lauffläche eine rund fünf Millimeter dicke weitere Gummilage», erklärt Andreas Teichgräber, verantwortlich für den Bereich Fahrradreifen bei Michelin Deutschland in Karlsruhe. «Diese Maßnahme hat zur Folge, dass Fremdkörper wie Nägel oder Scherben in der Gummischicht stecken bleiben.»

Neu ist nach Angaben von Michelin auch ein Mountainbike-Reifen, bei dem vier zusätzliche Gewebelagen die Lauffläche schützen. An den Flanken sorgen drei Lagen für mehr Sicherheit, und auch der Reifenwulst bekommt Schutzelemente.

Allerdings sollte sich niemand bei der Verwendung solcher Reifen in absoluter Sicherheit wiegen und unbeschwert jeden spitzen Gegenstand auf der Fahrbahn ansteuern. «Den Reifen, der wirklich alles aushält, den gibt es nicht», warnt Bettina Cibulski vom ADFC.

Neben aller werksseitigen Sicherheit gibt es noch weitere Möglichkeiten, die Pannengefahr zu verringern. «Gerade der Luftdruck ist immer ein Thema», so Cibulski. Ist der Druck zu gering, werden Reifen und Schlauch stark zusammengedrückt. Das dazu führt, dass speziell der Schlauch schneller kaputt geht.

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