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Der große Willie Nelson als letzter Mann

Berlin. Seine äußeren Markenzeichen sind Stirnband und ein langer Haarzopf - Ende April feierte Willie Nelson seinen 85. Geburtstag und sinniert in seinem neuesten Album über sein Leben und ein Leben nach dem Tod. Aber auch weniger ernste Songs sind dabei.

Der große Willie Nelson als letzter Mann

Der Unermüdliche: Country-Legende Willie Nelson. Foto: Karen Focht/ZUMA Wire

Willie Nelson ist unverwüstlich. Zu seinem 85. Geburtstag (29. April) erfreut der Country-Star seine Fans mit einem neuen Album. „Last Man Standing“ bietet eine Mischung von Country und Folk mit teils heiteren, aber auch melancholischen Songs.

Der Titel ist identisch mit einer Produktion von Jerry Lee Lewis aus dem Jahr 2006, in dem der Meister des Rock'n'Roll Duette mit verschiedenen Stars der Rock- und Country-Musik verewigt hat. Mit dabei war damals natürlich auch Willie Nelson.

In den USA gilt Nelson längst als Ikone - oder, wie es Musiker Jack White einmal auf den Punkt brachte: „Niemand steht so sehr für Amerika wie dieser Mann.“ Auf seinem neuen Werk lässt der liberale Texaner einige Anspielungen auf sein hohes Alter anklingen. Im Titel-Song „Last Man Standing“ trauert er um alte Freunde.

„Maybe we'll meet again on the other side“ (Vielleicht treffen wir uns auf der anderen Seite), singt er - die Botschaft ist deutlich. Er wolle nicht der „letzte aufrecht Stehende“ sein, wolle lieber anderen den Vortritt lassen, meint er. Doch dann zweifelt der Altmeister wieder an seiner Botschaft, vielleicht wolle er doch noch der letzte Aufrechte sein.

Nelson weiß, dass er zu den wenigen noch lebenden Größen der Country-Szene gehört. Johnny Cash, Merle Haggard, Waylon Jennings, June Carter sind bereits gestorben. Lediglich Dolly Parton ist von den ganz großen Country-Stars aus dem letzten Jahrhundert noch aktiv auf der Bühne. Und eben Willie Nelson, der „Last Man Standing“.

Geboren wurde der vielfach preisgekrönte Musiker 1933 in der osttexanischen Provinz mitten in die Weltwirtschaftskrise hinein. Schon früh begann er Gitarre zu spielen und Songs zu schreiben, aber die Anfänge seiner Karriere waren holprig. Der langersehnte Durchbruch gelang 1975, als Nelson nach einigen Misserfolgen und zwei gescheiterten Ehen in der liberalen Hauptstadt Austin landete. Das Album „Red Headed Stranger“ wurde ein riesiger Erfolg und „Blue Eyes Crying In The Rain“ seine erste Single an der Spitze der US-Charts.

In den kommenden Jahrzehnten besang Nelson das Lebensgefühl der USA („On The Road Again“), schürte den Cowboy-Mythos („Beer For My Horses“), bezirzte die Frauen („Always On My Mind“) und trat gemeinsam mit Show-Größen wie Johnny Cash, Julio Iglesias und Kris Kristofferson auf. Er spielte in Dutzenden Filmen mit, setzte sich für die Rechte von Bauern und die Legalisierung von Marihuana ein.

Auf seinem neuen Werk „Last Man Standing“ schaut Nelson immer wieder auf sein langes Leben zurück. Auch der Song „I'll Try To Do Better Next Time“, erinnert an alte, verstorbene Freunde. Zugleich wagt Nelson auch einen Blick auf eine mögliche Wiedergeburt - vielleicht werde ich dann Prediger oder ein Adler, der mit dem Wind fliegt.“

Doch neben dem Melancholischen findet Willie Nelson auch den Alltag für seine Songs, ob Mundgeruch in „Bad Breath“ oder den Feierabend am Freitagabend in „Ready To Roar“. Und bei „Me And You“, in dem zwei einsame Freunde dem Rest der Welt die Stirn bieten, klingt etwas Geschichte an - die Klänge von Nelsons Hit „On The Road Again“ aus dem Jahr 1979 sind unverkennbar.

Das neue Album entstand in Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Partner und Produzenten Buddy Cannon. Nach seinem Vorjahreswerk „God's Problem Child“ könnte auch „Last Man Standing“ die US-Country-Charts stürmen. Preise und Ehrungen hat der Texaner zwar schon zuhauf - aber für mehr ist immer noch Platz.

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