Der schnellste Mensch mit Düsenantrieb

Neuer Weltrekord

Richard Browning ist der schnellste Mensch mit Düsenantrieb. Mit mehr als 50 Kilometer pro Stunde raste der Brite über einen See nahe London und stellte so einen neuen Weltrekord auf. Damit seien die Grenzen des düsenbetriebenen Anzugs aber noch lange nicht erreicht, kündigte er an.

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, 09.11.2017, 15:32 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der schnellste Mensch mit Düsenantrieb

© dpa

Der Brite Richard Brownings hat am Donnerstag einen neuen Geschwindigkeitsrekord mit einem düsenbetriebenen Anzug aufgestellt. Wie Guinness World Records mitteilte, sauste Richard Browning mit 51,53 km/h über einen See nahe Reading, westlich von London. Er ist damit der schnellste Mensch der Welt in einem düsenbetriebenen Anzug.

Drei Versuche hatte der Brite, um eine Geschwindigkeit von mindestens 48 km/h zu erreichen. Nur dann zählte der Flug als neuer Weltrekord. Beim dritten und entscheidenden Versuch landete er zwar im Wasser – den Weltrekord hatte er da aber schon in der Tasche.

Guiness World Records hat den Weltrekord gefilmt:

Der Anzug heißt „Daedalus“, benannt nach einer Figur der griechischen Mythologie. Laut dieser Erzählungen baute sich Daedalus Flügel aus Vogelfedern und Wachs und schaffte es so, fliegend aus der Gefangenschaft zu fliehen.

Diesen Traum vom Fliegen hatte auch der Brite Richard Browning. Im März 2017 hat er das Start-Up-Unternehmen Gravity gegründet und den düsenbetriebenen Anzug entwickelt.

Und so funktioniert er: Sechs 800-PS-starke Düsentriebwerken sind an den Armen und am Rücken installiert. Der Anzug selber ist starr, damit der Pilot beim Fliegen leichter die Balance halten kann. Im Helm ist ein Display, auf dem der Pilot unter anderem den Treibstoff-Verbrauch sehen kann. Gesteuert wird der Flug durch Bewegung der Arme.

In diesem Video erklärt Richard Browning, wie er den Anzug entwickelt hat:

Nach dem Weltrekordversuch kündigte Richard Browning bereits an, dass der Anzug durchaus noch mehr schaffen kann als die erreichten 52 km/h. Als nächstes möchte er zum Beispiel Flügel an den Anzug bauen, um noch schneller und höher fliegen zu können.

Schon jetzt sei es theoretisch möglich, eine Geschwindigkeit von 312 km/h und eine Höhe von einem Kilometer zu erreichen, sagte Browning in einem Interview mit der Daily Mail. Der Anzug sei außerdem sicherer als ein Motorrad. Allerdings befinde sich das alles noch in der Testphase.

Dass das düsenbetriebene Fliegen bald Alltag wird, hält Browning aber für unwahrscheinlich. „Ich glaube nicht, dass irgendjemand in naher Zukunft damit zum Supermarkt fliegen oder seine Kinder zur Schule bringen wird, aber das Team von Gravity treibt das voran“, sagte er der Daily Mail im April.

Mit Material von dpa