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Die Grippe hat NRW fest im Griff

Grippewelle erreicht Höhepunkt

Die Arztpraxen sind voll, in einem Krankenhaus in Bonn gibt es wegen der Grippe einen Aufnahmestopp. Die Krankheitswelle hat in Nordrhein-Westfalen wohl ihren Höhepunkt erreicht – auch der Ministerpräsident bleibt zu Hause.

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NRW

, 23.02.2018
Die Grippe hat NRW fest im Griff

Tausende Grippepatienten müssen derzeit das Bett hüten. © picture alliance / Maurizio Gamb

Seit mittlerweile neun Wochen hat die Grippe zahlreiche Menschen in NRW im Griff. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin hat eine deutlich höhere Zahl von Arztbesuchen in Nordrhein-Westfalen wegen Grippe und Atemwegserkrankungen registriert. „Wir verzeichnen dreimal höhere Zahlen als in grippefreien Zeiten“, sagte eine RKI-Sprecherin. Allerdings sei die Zahl der Arztbesuche nicht gleichzusetzen mit Grippeerkrankungen, betonte sie.

„Es lassen sich jetzt, auch wegen der Berichterstattung in den Medien, mehr Menschen auf Grippe testen“, sagte die Sprecherin. Nach vorläufigen Daten ist die Zahl der gemeldeten Grippefälle in der laufenden Woche nochmals leicht auf fast 2500 angestiegen. Aber der Höhepunkt sei damit voraussichtlich erreicht, erklärte die RKI-Expertin. Die abschließenden Zahlen für die laufende Woche gibt es demnach am Mittwoch.

Lange Wartzeiten in Arztpraxen und Ämtern

Erfasst werden nur Krankheitsfälle, bei denen das Virus durch Rachen- oder Nasenabstriche im Labor nachgewiesen wurde. Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Freitag) gibt es nicht nur lange Wartezeiten in den Arztpraxen, sondern auch in den Ämtern. Demnach kann die Stadt Düsseldorf das Ausmaß der zahlreichen Ausfälle nicht beziffern, weil selbst die Bearbeiter der Krankenscheine krank sind.

Bei einer Klinik des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) in Bonn bleibt es wegen der Grippe vorerst bei einem Aufnahme- und Besucherstopp. Nachdem es unter Patienten in der psychiatrischen Klinik 20 nachgewiesene und zahlreiche Verdachtsfälle gegeben hatte und auch Personal ausgefallen war, hatte die Leitung am vergangenen Sonntag die Reißleine gezogen. „Wir sind noch nicht über den Berg, aber die Zahl der Grippe-Verdachtsfälle ist sowohl bei den Patientinnen und Patienten als auch bei den Mitarbeitenden nicht weiter gestiegen“, sagte der Ärztlicher Direktor, Prof. Markus Banger, am Freitag.

In Absprache mit den Behörden hat das Haus für Notfälle in einem Nebengebäude - räumlich getrennt vom Haupthaus - eine neue Station für zehn Patienten eingerichtet. Ab Montag sollen zehn weitere Betten dazukommen. Die Rettungsdienste wurden allerdings aufgefordert, Patienten mit Anzeichen für eine Grippe-Erkrankung in andere Krankenhäuser zu bringen.

Die Grippewelle hat nun auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) erwischt. Nach Mitteilung der NRW-Staatskanzlei musste der Regierungschef alle Termine für Freitag absagen, darunter auch die Auszeichnung von Helfern mit der Rettungsmedaille des Landes in Mönchengladbach. „Der Chef liegt darnieder“, erklärte Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU), der Laschet bei der Eröffnung eines Bahnwerkes in Köln vertrat.