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Die richtige Spur finden

CASTROP-RAUXEL Dem TuS Henrichenburg ist am Wochenende mit einem 8:0 gegen Eintracht Recklinghausen der erste Heimsieg der Saison gelungen. Über das kuriose Spiel und Perspektiven spricht TuS-Trainer Thomas Knüfer im Interview.

von Von Jörg Laumann

, 04.10.2007
Die richtige Spur finden

TuS-Trainer Thomas Knüfer

Eintracht Recklinghausen hat beim Stand von 8:0 für Henrichenburg in der 75. Minute um ein vorzeitiges Ende der Partie gebeten. Haben Sie so etwas schon einmal erlebt?

Knüfer: Nein, es war mir auch völlig neu, dass das möglich ist. Der Schiedsrichter hat uns aber bestätigt, dass ein solcher Spielabbruch regelkonform ist und keine Auswirkungen auf die Wertung hat. Insofern waren wir mit dem Vorgehen einverstanden.

Zuvor hatte Ihre Mannschaft in sieben Partien nur ein Mal auswärts gewinnen können. Ist jetzt der Knoten geplatzt?

Knüfer: Wir haben uns auch gegen Eintracht Recklinghausen zunächst schwer getan. Zur Halbzeit stand es nur 1:0, wir haben wie in den Spielen zuvor viele Chancen nicht genutzt. Als meiner Mannschaft direkt nach dem Seitenwechsel zwei Treffer gelangen, war das schon ein Befreiungsschlag. Ich hoffe in der Tat, dass sich dies auch positiv auf die nächsten Partien auswirkt und wir in die richtige Spur finden.

   Warum ist der TuS bislang nicht so recht in Tritt gekommen?

Knüfer: Man muss bei der Betrachtung berücksichtigen, dass wir in dieser Saison eine sehr junge Mannschaft haben. Es sind schon einige Spieler dabei, die schnell den Kopf hängen lassen, wenn es mal nicht so läuft. Der eine oder andere ist vielleicht auch mit dem Konkurrenzkampf zu Saisonbeginn nicht wirklich klar gekommen. Ich habe 15 oder 16 gleichwertige Spieler im Kader. Da muss man auch einmal damit zufrieden sein, wenn man nur in der zweiten Mannschaft eingesetzt wird.

Wie sieht die personelle Situation zur Zeit aus?

Knüfer: In der Abwehr sind wir momentan stark vom Verletzungspech beeinträchtigt. Sven Schäfer und Sebastian Kristler haben Knieprobleme, Christoph Hohmann hat sich eine Bänderdehnung im Sprunggelenk zugezogen. Damit fallen von vier planmäßigen Abwehrspielern zur Zeit drei aus. Nun müssen andere in die Bresche springen. Das hat aber am vergangenen Sonntag ziemlich gut geklappt.

"Die gute Platzierung muss man relativ betrachten"

In der Saison 2006/07 haben Sie mit dem TuS Platz vier erreicht. Wie sieht die Zielsetzung in dieser Spielzeit aus?

Knüfer: Im vergangenen Spieljahr war die Liga insgesamt schwächer besetzt. Zudem hatten wir weniger verletzungsbedingte Ausfälle, als es derzeit der Fall ist. Die gute Platzierung muss man also relativ betrachten. Diesmal kann es für uns nur darum gehen, einen möglichst sicheren Mittelfeldplatz zu belegen. Vom Potenzial her hat die Mannschaft auf jeden Fall das Zeug dazu. Wir können mit nahezu allen Teams der Liga mithalten, müssen aber unsere individuellen Fehler reduzieren.

Wird sich der TuS in absehbarer Zeit auch einmal höhere Ziele stecken?

Knüfer: Momentan betreue ich eine Mannschaft, in der zahlreiche Spieler im Alter zwischen 18 und 21 Jahren vertreten sind. Wenn es uns gelingen würde, dieses Team im Kern über mehrere Jahre zusammenzuhalten und weiter zu entwickeln, wäre sicherlich auch einmal ein Aufstieg denkbar. Die Realität sieht aber leider so aus, dass uns immer wieder Talente von finanzstärkeren Vereinen weggelockt werden.

Am Sonntag steht die Partie bei SW Röllinghausen an. Was ist dort für den TuS möglich?

Knüfer: In den Vorjahren haben wir in Röllinghausen immer schlecht ausgesehen. Aber darüber dürfen wir jetzt nicht nachdenken. Röllinghausen gehört sicherlich zu den Teams, die wir schlagen müssen, wenn wir uns von den unteren Tabellenrängen entfernen wollen.

Thomas Knüfer ist seit der Saison 2001/02 Trainer des TuS Henrichenburg. Der 45-jährige Diplom-Ingenieur lebt mit Lebensgefährtin und Tochter in Recklinghausen. Vor seinem Engagement in Henrichenburg war er als Coach für den TuS Haltern tätig. Stationen als Spieler waren ebenfalls der TuS Haltern und die Spvg Marl.

  

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