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Wochenmarkt in Nordkirchen

Donnerstags ist nicht viel los auf dem Märktchen

Nordkirchen Er ist klein, aber seit 25 Jahren eine Institution in der Schlossgemeinde. Das Problem: Der Wochenmarkt in Nordkirchen lockt nur wenige Besucher an. Überlegungen, dem Markt aufzuwerten, scheinen wenig Aussicht auf Erfolg zu haben.

Donnerstags ist nicht viel los auf dem Märktchen

Bei den eisigen Temperaturen hat nur einer der beiden Händler seinen Stand für den Nordkirchener Wochenmarkt aufgebaut. Foto: Aileen Kierstein

Ein Wochenmarkt steht für frische und regionale Produkte wie Obst und Gemüse, Fleisch, Milchprodukte und Blumen. Einkaufen an der frischen Luft, kurze Transportwege, eine lockere Atmosphäre und Gespräche mit Leuten aus dem Ort: Es gibt viele Gründe, die für einen Wochenmarktbesuch sprechen. In der Schlossgemeinde Nordkirchen hat der Wochenmarkt eine lange Tradition. Seit rund 25 Jahren können Bürger aus dem Umkreis dort einkaufen. Doch das tun nur noch wenige Stammkunden.

Gemüse und Fisch

Damals, vor etwa zehn Jahren, als Elke Grennich den Marktstand von ihrem Vater übernommen hat, hatte sie deutlich mehr Nachbarn auf dem Marktplatz. Nur einer ist ihr geblieben. Am Stand von Elke Gennrich können die Nordkirchener unter anderem Eier, Obst und Gemüse kaufen. Nebenan gibt es Fisch. Im Frühjahr und im Herbst werden auch saisonale Produkte wie beispielsweise Spargel angeboten. Ab und zu kommt ein Textilhändler. „Zwei oder drei Kunden sind heute schon da gewesen, die sind aber Stammkunden“, sagt Elke Gennrich am Donnerstagmorgen. Bei den winterlichen Temperaturen nicht wirklich verwunderlich. Doch auch sonst sieht es donnerstags auf dem Wochenmarkt am Mühlenpark in Nordkirchen nicht anders aus.

Dieses Problem sieht auch der Ortsverband Nordkirchen der Grünen. In einer Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Tourismus, Umwelt und ländliche Entwicklung haben sie zusätzliche Mittel zur Erhaltung des Wochenmarktes gefordert.

Nicht genug Besucher

„Wir haben in der Vergangenheit oft versucht, andere Produkte anzubieten“, erklärt Bürgermeister Dietmar Bergmann die Situation. Das habe sich aber für die Händler nicht gelohnt. Das größte Problem des Wochenmarktes ist laut Bergmann die Frequenz. „Bei rund 10.000 Einwohnern in allen drei Ortsteilen können wir einfach nicht mit vielen Besuchern rechnen.“

Wo die Käufer wegbleiben, leiden auch die Händler. Um die zwei verbliebenen Stände auch weiterhin an Nordkirchen zu binden, habe die Gemeinde die Standgebühren erlassen und die Stromkosten übernommen. Dennoch: „Wir können keinen Händler nach Nordkirchen locken, wenn er dafür einen anderen Markt aufgeben müsste“, erklärt der Bürgermeister. Andere Wochenmärkte seien durch eine hohe Kundenfrequenz deutlich attraktiver. Und weiter: „Der Verwaltung hat schon immer am Herzen gelegen, wie wir den Wochenmarkt für die Bürger attraktiver gestalten können“, sagt er. Seine Vermutung: Das Einzelhandelskonzept im Ortskern sei sehr breit aufgestellt, wodurch sich die Marktstände mit ihrem Angebot kaum abheben können. Auch Kundenbefragungen und Umfeldanalysen haben in der Vergangenheit stattgefunden.

Auch in Zukunft wolle die Verwaltung der Schlossgemeinde daran arbeiten, den wöchentlichen Markt langfristig zu erhalten. Dietmar Bergmann meint aber: All das nütze nichts, wenn auch in Zukunft die Nachfrage für einen Einkauf an der frischen Luft fehlt.

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