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Alkohol war sein Verhängnis

Dorsten "Wir versuchen jetzt mal, Ordnung in das Chaos zu bringen."

16.08.2007

Mit diesen Worten eröffnete Richterin Elisabeth Hinkers das Verfahren gegen einen jungen Mann, der in der Hauptsache wegen mehrfachen schweren Diebstahls angeklagt war.

Weil sich der 20-Jährige - als der Verhandlungstermin bereits feststand - erneut Diebstähle hat zu Schulden kommen lassen, entschied Richterin Hinkers, eine Verknüpfung der Anklagen vorzunehmen. Dabei kam eine ganze Reihe von Straftaten zusammen. Der junge Mann räumte ein, im September 2006 zusammen mit zwei Bekannten in einen Getränkemarkt in Dorsten eingebrochen zu sein. Dort entwendete er mehrere Flaschen Bier und Cola. Der junge Mann gab zerknirscht sein simples Tatmotiv zu: "Wir hatten Durst auf Bier."

Geringwertige Beute

In den folgenden Monaten stahl der Angeklagte immer wieder Alkohol und andere Gegenstände an verschiedenen Stellen. So entwendete er z.B. zwei Kästen Bier aus der Auslage einer Tankstelle und erbeutete ein Paar Schuhe. Allerdings war die Beute bis auf eine Ausnahme als geringwertig einzustufen. Auffällig: Bei fast allen Diebstählen ging es um Alkohol.

Dem Angeklagten wurde weiterhin vorgeworfen, das Handy eines Bekannten für einige Tage "entführt" und dem Besitzer eine Kopfnuss verpasst zu haben. Im Laufe der Verhandlung stellte sich jedoch - auch durch eine Zeugenbefragung, heraus - dass der eigentliche Vorfall weit weniger dramatisch einzustufen war.

Intensivtäter

Bei einem anderen Fall war die Beweislage weit weniger eindeutig: Der Angeklagte soll im Juni dieses Jahres einen 13-jährigen Bekannten durch einen Schlag am Jochbein absichtlich verletzt haben. Der vermeintliche Täter räumte einen Schlag zwar ein, aber der soll nicht absichtlich, sondern im Rahmen einer "Kebbelei" gefallen sein: "Da hat er aus Versehen was abgekriegt. Ich würde nie einen 13-Jährigen schlagen."

Schlussendlich bekam der junge Intensivtäter, der schon zehn Tage im Jugendarrest verbringen musste, eine Jugendstrafe von zehn Monaten auf Bewährung aufgebrummt.

Weil viele der Taten im Rausch erfolgt waren und der junge Angeklagte unter massiven Alkoholproblemen leidet, ist eine ambulante Therapie für ihn Pflicht. Ein Bewährungshelfer soll ihm helfen, seine kriminelle Vergangenheit hinter sich zu lassen. ah

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