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An der Zapfsäule herrscht der große Frust

Benzinpreise

Dorsten Für Autofahrer gilt eine einfache Farbenlehre: Der Frühling wird grün, aber Ostern sehen alle rot. Schuld sind die Bezinpreise, die jedes Jahr um diese Zeit in die Höhe schnellen.

von Von Hakan Keser

, 11.04.2010
An der Zapfsäule herrscht der große Frust

Tankt nur das Nötigste: Eric Wachmeister.

1,42 Euro kostete der Liter Superbenzin am Wochenende bei fast allen Tankstellen in Dorsten. Das macht nicht nur Autofahrer, sondern auch die meisten Tankstellenpächter sprachlos. Sie dürfen keine Auskunft geben, stehen für Interviews in der Regel nicht zur Verfügung, sondern verweisen an die Bundespressestelle des jeweiligen Mineralölkonzerns.

Ihre Kunden an den Zapfsäulen hingegen haben Redebedarf. So wie Thomas Kleppe, der seine neue Suzuki M 1800 R am Samstag in Holsterhausen betankte. "Die Tankstellenleute können nichts dafür", ist der Dorstener (38) aus dem Marienviertel überzeugt, der wegen der hohen Benzinpreise zur Arbeit in Wulfen an wärmeren Tagen mit dem Fahrrad oder Inlinern fährt. Schlimmer seien die Benzinpreise für Pendler, die auf das Auto angewiesen sind. Für sein Motorrad, das eine Saisonzulassung hat, "sind die Löcher in den Fahrdecken gefährlicher als der aktuelle Benzinpreis".

Genau 25 Euro zeigt die Zapfsäule bei Eric Wachmeister an. "Sparsamer fahren, früher schalten und keine hohen Drehzahlen" beschreibt der angehende KFZ-Mechatroniker sein Fahrverhalten angesichts der hohen Preise. Der 19-Jährige tankt weniger und nur bei Bedarf - wie am Samstag. Die Menge reicht für den Club-Ausflug am Abend und für die nächsten Fahrten zur Arbeit.

Seinen Tank voll macht dagegen auch weiterhin Jürgen Albers. Er gehört zu denjenigen, die für ihre Arbeit auf Benzin angewiesen sind. Denn der Polizeibeamte kann seinen Dienstwagen nicht stehen lassen - und sollte auch tunlichst nicht wegen Spritmangels liegen bleiben. Seinen Privatwagen hat Jürgen Albers dagegen umgerüstet - auf Gas.