Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Auch unter dem Strom fließt Strom

Dorsten Neue Industrie-Ansiedlungen schicken ihre Bohrlöcher voraus: Damit die Firma Genan (und später auch Loick-Biogas-Technik) beim Betriebsstart voll im Saft stehen, wird derzeit unter Kanal und Lippe eine neue Stromkabel-Trasse verlegt. Investitionsvolumen: 1,3 Mio Euro!

27.08.2007

"Diese Größenordnung ist auch für uns nicht alltäglich", erklärt Jürgen Konarske, Leiter des RWE-Regionalzentrums Recklinghausen, "das ist für uns ein bedeutendes Einzelprojekt."

Über eine Gesamtlänge von 3,5 Kilometer wird der dreigliedrige unterirdische Kabelstrang das Umspannwerk Hervest mit dem Betriebsgelände der beiden Unternehmen im Industriepark Dorsten/Marl verbinden. Aufwändigster Abschnitt ist der Bereich unter Lippe und Kanal. Die 800-Meter-Horizontal-Bohrung, die dafür erforderlich ist, kostet allein rund 300 000 Euro.

Durchbruch geschafft

Am Wochenende war der Durchbruch für die erste Etappe unter dem Kanal geschafft. Das Bohrloch ist 450 m lang, maximal 20 m tief und stets mindestens 5 m unter dem Kanalgrund. Dafür setzt die Spezialfirma Behrmann aus Krefeld ein besonderes Bohrgerät ein, das über 50 Tonnen Schubkraft verfügt.

Der Bohrvorgang ist mit einer endoskopischen Operation zu vergleichen. Der verkabelte Bohrkopf signalisiert Bauprojektleiter Bernd Otte stets seinen exakten Standort, so dass er punktgenau die 200 mm starken Kunststoffrohre zum Ziel bringen könnte.

Dazu dient ein Spülbohrverfahren, auch Flowtex genannt. Dabei wird Bentonit verwendet, ein Gestein aus Wyoming/USA, das wegen seiner einzigartigen Tonmineralien sowohl als Gleit- wie als Dichtungsmittel funktioniert.

Der Vorgang wiederholt sich bei den nächsten beiden Bohretappen, bis in etwa vier Wochen auch die Lippe unterquert ist. Ab Oktober kann voraussichtlich der Strom fließen, bis zum Jahresende mit voller Stärke: "Wir liefern den Firmen dann 10 MVA, das ist eine Leistung, mit der man 5000 Menschen ein Jahr lang mit Strom versorgen könnte", beziffert Jürgen Konarske die Kapazität der neuen Leitung.

Doppelt hält besser: Zur Sicherheit werden zwei unterschiedliche Trassen gezogen, durch zwei Bohrkanäle, sodass eine Reserve für den Notfall vorhanden ist. Außerdem ist bei der Kabeltrassenplanung berücksichtigt, dass die alte Kanalbrücke in absehbarer Zeit durch eine neue ersetzt werden soll, wodurch sich auch die Straßenführung ändern wird. kdk

Die RWE bittet Anwohner und Verkehrsteilnehmer um Verständnis, weil es durch die Bohrarbeiten kurzzeitig zu Beeinträchtigungen im Bereich Dorfstraße/Buerer Straße kommen kann.

Lesen Sie jetzt