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Aufbrausender Angeklagter

DORSTEN "Der braucht eine Therapie", meinte Richterin Regine Heinz. Selbst im Gerichtssaal zeigte sich der 23-jährige aggressiv und aufbrausend gegenüber den Zeugen.

von Von Michael Klein

, 09.03.2008

Gemeinsam mit einem 26-jährigen Kumpel hatte der Arbeitslose am Rosenmontag 2007 in Höhe des Lippetores drei junge Männer verprügelt. Letztere hatten sich zuvor in der Stadt mit weiteren Freunden den Karnevalsumzug angesehen, dabei etwas viel getrunken. "Wir alberten herum", erzählte eines der späteren Opfer. Zu den Albernheiten gehörte, dass er den Hund, der einem der beiden Angeklagten gehörte, angebellt habe. "Das Tier fing daraufhin wie wild zu kläffen an und ich bekam einen Schlag ins Gesicht." Daraus resultierte eine heftige Schlägerei, in dessen Verlauf mehrere Opfer geschlagen und getreten wurden, ein 19-jähriger flog sogar in die zersplitternde Scheibe einer Döner-Imbissbude.

Unglaubwürdig

Die beiden Übeltäter erklärten, die anderen hätten angefangen. Was weder Staatsanwalt noch das Schöffengericht glaubten. Sie verurteilten den 26-Jährigen zu neun Monaten mit Bewährung, für den 23-jährigen Dorstener kam es allerdings deutlich dicker.

Der hatte nämlich kürzlich eine einjährige Bewährungsstrafe bekommen, die wurde mit dem neuen Strafmaß zusammengelegt. Und mit einer weiteren Strafe. Der Dorstener war im Juni vergangenen Jahres betrunken von einem Schützenfest nach Hause gekommen und hatte seine Freundin ziemlich böse verprügelt. "Er hat mich geschlagen, gewürgt und die Treppe hinuntergestoßen", erzählte die 19-jährige Schülerin weinend im Zeugenstand. Erst bei einem Nachbarn fand sie Schutz.

Aufbrausend

"Ich kann mich an nichts erinnern", sagte der Angeklagte aus, erst am kommenden Tag sei klar geworden, was geschehen sein muss. Seine Freundin beschrieb ihn gegenüber dem Schöffengericht als "sehr leicht aufbrausend". Inzwischen sei sie zu ihm zurückgekehrt, er habe versprochen, sein Leben in den Griff zu bekommen. "Ich werde mich um eine Therapie kümmern", versprach der Angeklagte. Die war ihm auch als Bewährungsauflage verordnet worden. Zwei Jahre lautete das Urteil, nur um Haaresbreite kam der Angeklagte an einer Gefängnisstrafe vorbei.

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