Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Brutale Einbrecher brachen 14 Kaninchen das Genick

Tier-Drama

ÖSTRICH Der Schock sitzt bei Nadine Suchy-Kendziora noch immer tief: Unbekannte haben Anfang März ihren Stall aufgebrochen und 14 Kaninchen das Genick gebrochen.

von Von Berthold Fehmer

, 29.04.2010

Ein Hundebesitzer aus der Nachbarschaft hatte am Abend des 2. März bei Suchy-Kendziora angeschellt. Es tue ihm furchtbar leid, aber sein Hund habe sich losgerissen, einen ihrer Kaninchen getötet. „Wir haben sofort gesagt: Das kann überhaupt nicht sein, weil das Gehege und der Stall abgeschlossen sind. Das müsste dann ja ein Zirkushund sein“, erinnert sich Suchy-Kendziora. Als man am etwa 50 Meter entfernten Stall nachschaute, erwartete alle Beteiligten ein grausiger Anblick: Das Gehege aufgebrochen, ebenso der Stall. Von rund zwei Dutzend Kaninchen hatten die Täter 14 das Genick gebrochen, ein Kaninchen wurde vermisst. Acht Tierleichen lagen nebeneinander aufgereiht im Stall, zwei oben auf dem Dach, vier auf dem Gelände verstreut. Von diesen hatte der Hund eine apportieren wollen und dafür den Zaun übersprungen.

Die Polizei wurde gerufen, teilte jedoch mit, dass man für die „Sachbeschädigung“ keine Beamten schicken könne. Polizei-Sprecher Andreas Wilming-Weber: „Das ist Betroffenen natürlich schwer zu vermitteln, da die emotionale Verbindung zu den Tieren hoch ist. Ein Hundebesitzer aus der Nachbarschaft hatte am Abend des 2. März bei Suchy-Kendziora angeschellt. Aber die Geschädigte gab an, dass auf dem Gelände keine Spuren zu erkennen seien, die Rückschlüsse auf den Täter zuließen.“ Am nächsten Tag erstattete Suchy-Kendziora Anzeige. wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die Staatsanwaltschaft hat den Fall mittlerweile zu den Akten gelegt, teilte sie in einem Brief mit. Falls es neue Hinweise auf die Täter gebe, werde man weiter ermitteln.

Nadine Suchy-Kendziora ist froh darüber, dass ihrer jüngsten Tochter Emily (4) der Anblick erspart blieb, ihre beiden älteren Kinder Lukas und Sophia brauchten Tage, um das Gesehene zu verarbeiten. Gerade die Kinder hätten sehr an den Kaninchen gehangen. Diese entstammen keiner eigenen Zucht, sondern sind Tiere, die von ihren Besitzern aus unterschiedlichsten Gründen nicht mehr gewollt sind und über die „Pfötchenhilfe Gladbeck“ nach Östrich gelangten.

Suchy-Kendziora sagt, sie halte Männchen und Weibchen in Käfigen stets getrennt. Als die Unbekannten diese öffneten, entwischten einige männliche Kaninchen und zeugten mit den verbliebenen Weibchen Nachwuchs, der in diesen Tagen geboren wurde: Bisher 13 Totgeburten. „Sie wurden unter hohem Stress gezeugt“, ist Suchy-Kendziora überzeugt, die Ursache zu kennen. Überlebt hat nur „Stern“, der jetzt von Hand aufgepäppelt und gerne hinter dem Ohr gekrault wird. Nicht ahnend, welchen unglücklichen Umständen er seine Geburt verdankt.