Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Burkhard Heringhaus zeigt „Spuren vergangener Arbeitswelten“

Fotografie-Ausstellung

DORSTEN Burkhard Heringhaus fotografiert leidenschaftlich gerne abrissreife Bergbaubrachen. Dabei entstehen spektakuläre Bilder, die der Autodidakt bis Ende Mai unter dem Titel „Spuren vergangener Arbeitswelten“ im Forum der VHS ausstellt.

von Von Berthold Fehmer

, 20.04.2010
Burkhard Heringhaus zeigt „Spuren vergangener Arbeitswelten“

Burkhard Heringhaus stellt seine Fotos bis zum 31. Mai im Forum der VHS aus.

Wenn Burkhard Heringhaus abrissreife Bergbaubrachen fotografiert, weiß er oft nicht, welchen Zweck die abgelichtete Maschine einmal erfüllt hat. „Als Sohn eines Verwaltungsbeamten war es mir nicht gerade in die Wiege gelegt, mich in diese Welt einzuleben.“ Heringhaus, heute Lehrer in Herne, stellt einen Teil seiner Bilder bis Ende Mai unter dem Titel „Spuren vergangener Arbeitswelten“ im Forum der VHS aus. Vor 15 Jahren habe er – in der Fotografie ein Autodidakt – damit begonnen, seine geliebte Heimat, das Ruhrgebiet, zu dokumentieren. Der gebürtige Bochumer bannte Industrie- und Bergbaubrachen zunächst auf Negative, seit fünf Jahren mit seiner Digitalkamera auf Speicherkarten. Der dokumentarische Ansatz geriet immer mehr in den Hintergrund, der ästhetische trat mehr und mehr hervor.

Heringhaus erlag in dieser Zeit immer mehr dem Reiz der Details, wie er sagt. So zeigen einige seiner Bilder von Rost zerfressene Eisenplatten, die ihren Ursprung und ihre Funktion nicht mehr preisgeben. Strukturen im Auflösungsprozess, solide Handwerkskunst, die ihren Zenit überschritten hat, zwischen Funktions-Erfüllung und Entsorgung. „Meine Motive verschwinden“ – das könne er gerade in den vergangenen vier, fünf Jahren feststellen, sagt Heringhaus. Immer mehr alte Zechengebäude werden abgerissen, oder umgenutzt. Das sei sicherlich auch richtig und wichtig, sagt Heringhaus. „Mir ist klar, dass diese Brachen nicht bleiben können.“ Nach einer Umnutzung sei für ihn der fotografische Reiz allerdings nicht mehr so stark.

Die Ästhetik des Verfalls, den morbiden Charme versucht Heringhaus einzufangen. „Was die Natur geschaffen hat, holt sich die Natur zurück.“ Zum Teil entdeckt Heringhaus auch gänzlich Neues in den Anlagen. Etwa Gesichter in Rohrsystemen oder Seilwinden. Auch Fürst Leopold hat Heringhaus in seiner Ausstellung. Etwas schwierig sei es im vergangenen Jahr gewesen, auf das Gelände zu gelangen. Doch ein verständnisvoller Pförtner („Ich habe auch viel fotografiert“) habe ihm den Zutritt gestattet. Heringhaus: „Wo ein Wille ist, ist meistens auch ein Weg.“