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Das Mädchen Rosa in 41-facher Ausfertigung

ViVi-Ausstellung

DORSTEN In 41-facher Antlitz-Ausfertigung begegnet das Mädchen Rosa dem Betrachter der neuen Ausstellung von „Virtuell-Visuell". Die Bilder von Künstlerin Sigrid Redhardt zeigen die Veränderungen, die ihr Gesicht im Laufe von drei Jahren erfährt.

von Von Michael Klein

, 08.04.2010
Das Mädchen Rosa in 41-facher Ausfertigung

Sigrid Redhardt vor ihrer sechsfachen "Rosa".

Namenlos war die Porträtierte bis gestern noch. Nun heißt sie Rosa. „Ein schönes Doppelspiel“, sagt Künstlerin Sigrid Redhardt. Denn auch die Farbe Rosa ist so manchem ihrer Bildnisse von dem unbekannten Mädchens eigen. Wobei: Rosa, die dem Betrachter der neuen Ausstellung von „Virtuell-Visuell“ in 41-facher Antlitz-Ausfertigung begegnet, ist eine reale Person. „Aber wie sie heißt, wie ihre Persönlichkeit ist, das ist für die Kunstwerke nicht wichtig“, so Sigrid Gerhardt. Denn die Bilder zeigen zwar die Veränderungen, die ein Gesicht im Laufe von drei Jahren erfährt. Vor allem aber sollen sie auf die Entwicklung in den künstlerischen Stilistiken aufmerksam machen, mit denen die Beuys-Schülerin ihr Sujet dargestellt hat.

Schon beim Betreten der Galerie an der Wiesenstraße 4 wird das Ansinnen deutlich. Die junge Frau wird in dreierlei Variationen gezeigt. Hier in einer verspielten Malerei-Collage, vis a vis in sparsamer Nuancierung. Wie bei einem alten Foto, das einen leichten Braunstich angenommen hat. Und auch die Silhouette einer Profilaufnahme verweist darauf, dass hier Malerei und Fotografie aufeinander treffen. „Der Schattenriss ist ein Bindeglied zwischen den beiden Kunstformen“, erläutert Sigrid Redhardt, die bereits zum zweiten Mal in Dorsten ausstellt. Denn die Vorlagen der Porträts sind Fotografien, die die Künstlerin von dem Mädchen erstellt hat. Diese Fotos sind Ausgangspunkte für die Variationen, die die 60-Jährige den Besuchern präsentiert. Mal sind es zart dahingehauchte Pinselstriche, dann ist es ein kräftiger koloriertes Konterfei. Und immer wieder Bilder, die sich nur in Schattierungen voneinander unterscheiden. „Der Betrachter soll sich erinnern, wenn er über Ähnlichkeiten stolpert.“

Es ist das erste Mal, dass die Serie in einer Ausstellung präsentiert wird, darauf weist Angelika Krumat (Virtuell-Visuell) hin. Eigentlich umfasst das gesamte Porträtwerk von „Rosa“ mehr als 80 kleine und sechs großformatige Bilder – doch die Gesamtschau hätte die räumlichen Möglichkeiten der ViVi-Galerie überfordert.