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Das steckte hinter dem Feuerschein am Dorstener Horizont

Fackel am Dorstener Himmel

Ein leuchtender Abendhimmel über dem Stadtteil Hardt hat am Wochenende Menschen in der Stadt beunruhigt. „Wir dachten an einen Großbrand“, schrieb eine Dorstenerin. Dahinter steckte aber etwas ganz anderes.

Dorsten

, 21.03.2018
Das steckte hinter dem Feuerschein am Dorstener Horizont

Die Fackelaktivität an der Ruhr Oel-Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven an der Stadtgrenze von Dorsten beunruhigt Dorstener zuweilen. © Foto: Victoria Thünte

Wenn am Dorstener Horizont der Abendhimmel so wie am vergangenen Freitag grell aufleuchtet, wird manchem Dorstener mulmig zumute. Auch einer Frau, die seit vier Jahren in der Stadt wohnt und nach Erklärungen für das ihr unbekannte Phänomen sucht. „Mir macht das Sorgen, das Kraftwerk Scholven soll angeblich Revisionsarbeiten durchgeführt und Gase abgefackelt haben.“

Keine Reparaturarbeiten

Doch das Kraftwerk Scholven hatte mit „Lärmbelästigung und dem Abfackeln von Gasen“ am Wochenende nichts zu tun. Auf unsere Anfrage teilte uns Georg Oppermann, einer der Sprecher des Uniper-Kraftwerkes Scholven an der Stadtgrenze zu Dorsten, mit: „Wir können Ihre Leserin und andere Leser insofern beruhigen, als der rote Himmel über Dorsten, den Ihre Leserin gesehen hat, sicher nicht auf den Betrieb unserer Anlagen zurückzuführen ist. Bei uns finden derzeit weder Reparaturarbeiten größeren Umfangs statt noch verfügen wir überhaupt über eine Industrie-Fackel.“

Verantwortlich für das weithin sichtbare Abendhimmel-Phänomen war dagegen die benachbarte Raffinerie von Ruhr Oel BP Gelsenkirchen: „In der Nacht von Freitag auf Samstag gab es den Ausfall eines technischen Teils einer Anlage. Aus Sicherheitsgründen geht unsere Anlage dann in den Fackelbetrieb“, sagte Unternehmenssprecher Peter Alexewicz. „Das Abfackeln ist ein gutes Zeichen“, sagte er auch. Denn das sei in einer Raffinerie ein „normaler Vorgang“.

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„Fackeln sind ein Zeichen dafür, dass der Sicherheitsbetrieb funktioniert“, sagte er. Bei einem technischen Defekt oder Zwischenfall würden im Werk Gase „nahezu rückstandsfrei unter hohen Temperaturen“ verbrannt. „Das war am Freitagabend der Fall. Wegen der guten Wetterlage sei der Vorgang weithin sichtbar gewesen. Die Fackel brenne stets auf kleiner Flamme, damit Sicherheitsmaßnahmen sofort eingeleitet werden können, sagte der Unternehmenssprecher auch.

Regelmäßige Inspektionen

Anfang März seien im Übrigen TÜV-Revisionen in der Anlage im Gange. Denn Raffinerien sind regelmäßigen Inspektionen unterworfen, sie werden in diesem Zug gereinigt und saniert. „Auch das kann ein Grund dafür sein, dass Gase abgefackelt werden und es zu Geruchs- und Geräuschbelästigungen kommt.“ Dafür bitte das Unternehmen die Bevölkerung um Verständnis. Bei Fragen rund um Geruchs- und Geräuschbelästigungen hat BP-Gelsenkirchen ein Umwelttelefon eingerichtet. Es ist rund um die Uhr erreichbar unter Tel. (0209) 366 35 88.

Arbeitsplätze erhalten

Das Kraftwerk Scholven, das in sozialen Netzwerken ursprünglich für den Vorgang verantwortlich gemacht worden und von Greenpeace 2014 als „eine der schmutzigsten unter 30 Kohlekraftwerken in Deutschland“ ausgemacht worden ist, weist darauf hin, dass „Uniper den Standort Scholven nach Auslaufen der mit Steinkohle betriebenen Anlagen mit dem Energieträger Erdgas fortführen möchte“, wie Sprecher Georg Oppermann auf unsere Anfrage sagte. „Unser Ziel ist es, den Standort für die Energieproduktion in der Region und die Arbeits- und Ausbildungsplätze zu erhalten.“

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