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Fadenwerk von Künstlerin zerstört

Vandalen am Werk

DORSTEN Der Frust saß anfangs tief bei Doris Gerhard, doch am Mittwoch konnte sie schon wieder lachen: Obwohl Unbekannte am Wochenende ihr Fadenwerk auf der alten Trasse des Gahlenschen Kohlenweges zerstört hatten, will sich die Künstlerin nicht entmutigen lassen.

von Von Michael Klein

, 21.04.2010
Fadenwerk von Künstlerin zerstört

Künstlerin Doris Gerhard präsentiert das zerstörte Fadenwerk.

„Die Fäden im oberen Bereich der Bäume werden ich trotzdem weiter spannen“, erklärte sie. Anfang Mai will sie damit beginnen. Nur in Bodennähe, da also, wo die Vandalen gehaust hatten, will sie nicht mehr weitermachen. Die Spuren der Zerstörung sollen aber weiterhin zu sehen sein: „Auch das gehört dazu, wenn ein Kunstwerk den Wandel symbolisieren soll.“ Das Fadenwerk hat in den vergangenen Monaten Wind und Wetter getrotzt. Jetzt, wo die erblühende Natur das Netzwerk zu umspielen begann, kam das Aus. „Vor einiger Zeit hatte ich bereits Brandflecken entdeckt, habe mich aber davon nicht beeindrucken lassen“, so Doris Gerhard. Doch jetzt entdeckte sie dicke Messerspuren in einem Baum: „Ganz brutal.“

Obwohl Doris Gerhard die Schnüre extra gesichert hatte, wurden sie komplett zerschnitten: „5,5 Kilometer Garn hatte ich bereits versponnen, alles umsonst.“ Nun will sie für die oberen Passagen Hinweistafeln aufstellen lassen, auf denen sie den künstlerischen Hintergrund des Projekts erklärt – und damit hofft, dass potentielle Übeltäter Respekt gegenüber der Kunst entwickeln. „Ich finde es schade für die Spaziergänger, die sich an dem Werk erfreut haben“, erklärt Doris Gerhard. Sie hat die Schäden dokumentiert und überlegt nun, bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten.