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Finale ganz in moll?

Dorsten Hätte er eine Fanfare, die in der gesamten Stadt zu hören wäre, so würde Dieter Wolff sie jetzt ein letztes Mal erschallen lassen. Stattdessen wendet er sich mit seinem Notruf per Zeitung an alle örtlichen Musikfreunde.

16.10.2007

"Wenn nicht in letzter Minute etwas passiert und sich ebenso engagierte wie kompetente Menschen melden, dann wird der Stadtmusikrat im Dezember aufgelöst", kündigt Dieter Wolff (Foto) in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des eingetragenen Vereins an, "die Bedenkzeit endet mit dem November".

Es wäre schade, wenn sie ungenutzt bliebe. Denn in den fünf Jahren seines Bestehens hat der Stadtmusikrat eine ganze Reihe von Veranstaltungen auf die Beine gestellt, von Benefiz-Konzerten bis zur konzertanten Umrahmung der Wallgraben-Eröffnung.

Sein Potenzial konnte er jedoch nur selten ausschöpfen. Und die erklärte Absicht der Gründer, durch ehrenamtliches Engagement das kulturelle Leben der Stadt zu bereichern, wo der Kommune die finanziellen Möglichkeiten fehlten, daher auch nicht im erhofftem Maße umsetzen. Dafür gibt es Gründe. "Die Dorstener identifizieren sich offenbar eher mit ihrem Ortsteil als mit der Gesamtstadt", nennt Wolff das Beispiel der etablierten Wulfener Musikwoche. Im Stadtmusikrat fehlte es daher neben den Finanzen vor allem an Leuten, die bereit waren, anzupacken und zu organisieren. Von 24 ehemaligen Mitgliedern, Vereinen wie Einzelpersonen, sind nur noch sechs übrig geblieben.

Das lag auch an falschen Vorstellungen: "Viele glaubten offenbar: Da ist jetzt ein Topf geöffnet, aus dem wir uns bedienen können", verweist Wolff auf einen grundlegenden Irrtum. Verbunden damit sei eine Einstellung gewesen, der ihn und seine Vorstandskollegen schließlich resignieren ließen: "Der Vorstand wird's schon machen", fühlte das Führungsteam sich allzu oft allein gelassen. So blieb außer Wolff bis heute nur noch Kassierer Walter Falk im Amt.

Schwerpunkt Kinder

Beide möchten die Funktionen nun in neue Hände geben. "Gesucht werden Bürger aus der Ecke der musizierenden Kinder, die mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit dem Stadtmusikrat eine Zukunft geben", appelliert Wolff an Interessenten, sich zu melden. Gibt es keine Resonanz, wird der Rat noch in diesem Jahr auch formell aufgelöst. Und die Stadt ist wieder um eine Initiative ärmer, die auf den Gemeinschaftsgeist ihrer Bürger setzte, aber an den Realitäten scheiterte. kdk

Interessenten können sich bei Dieter Wolff, (Tel.02369/3929) oder in der Redaktion melden.

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