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Firma überrumpelt Hausbesitzer mit Kanalüberprüfung

Dichtheitsprüfungen

SCHERMBECK Von Haus zu Haus geht in Schermbeck derzeit eine Firma, die Eigentümern Dichtheitsprüfungen für ihre private Abwasserleitung anbietet. „Diese Firma ist nicht im Auftrag der Gemeinde oder des Kommunalbetriebs unterwegs“, stellt Andreas Eißing klar.

von Von Berthold Fehmer

, 30.04.2010

Die Firma sei zwar berechtigt, solche Prüfungen durchzuführen. „Da wird aber manchmal auch mit einer gewissen Überrumpelungstaktik gearbeitet“, so der Fachmann für Abwasserentsorgung im Kommunalbetrieb. Im Betriebsausschuss musste Eißing zum Thema Dichtheitsprüfung einige Fragen der Ausschussmitglieder beantworten, obwohl der Tagesordnungspunkt eigentlich nur eine Mitteilung der Verwaltung vorsah.

Am 1. März dieses Jahres ist das neue Wasserhaushaltsgesetz sowie ein neues Landeswassergesetz in Kraft getreten. Die wichtigste Information für Hausbesitzer dürfte sein, dass nur noch sachkundige Firmen mit der bis spätestens 2015 vorgeschriebenen Dichtheitsprüfung beauftragt werden dürfen. Eine Liste solcher Firmen gibt es auf der Internetseite www.sadipa.it.nrw.de/Sadipa/ Ob diese Liste für Menschen ohne Internet-Anschluss auch verfügbar sei, wollten die Ausschussmitglieder von Eißing wissen. „Ich drucke nicht jedem die 40 Seiten aus“, so Eißing – zumal diese Liste regelmäßig aktualisiert werde. Man könne jedoch darüber nachdenken, eine Liste im Rathaus bereit zu halten.

Nicht nur auf die Hausbesitzer kommt mit der vorgeschriebenen Dichtheitsprüfung eine Mehrausgabe zu – auch die Gemeinde wird alle öffentlichen Gebäude darauf hin untersuchen lassen müssen. Haushaltsmittel dafür seien noch nicht eingestellt, teilte die Verwaltung mit. Welche Form der Dichtheitsprüfung angewendet wird, sei Sache der Hausbesitzer, sagte Eißing auf Anfrage von Egon Unterberg (USWG) mit. Ob Kamerafahrt oder Druckprüfung – hier müsse im Einzelfall entschieden werden. Der Hausbesitzer solle sich von der ausführenden Firma beraten lassen. Dass erheblicher Beratungs- und Informationsbedarf zu diesem Thema besteht, bestritt niemand im Ausschuss. So sind bereits Informationsabende für Bürger angedacht.