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Fritz Eckenga analysierte "die Einheimischen"

Auftritt in Wulfen

WULFEN "Ah, die Einheimischen. Alles gut?" Fritz Eckenga begrüßte das Publikum am Freitagabend im Gemeinschaftshaus Wulfen zu seinem Programm "Fremdenverkehr mit Einheimischen". Und das war überhaupt nicht befremdlich.

von Von Ralf Pieper

, 25.04.2010
Fritz Eckenga analysierte "die Einheimischen"

Fritz Eckenga war im Gemeinschaftshaus in Bestform.

Subtil und intelligent analysierte und sezierte Eckenga über zwei Stunden lang die wunderlichen Exemplare der "Einheimischen". Er ist kein Kabarettist, der "Brüller" am laufenden Band produziert - Eckengas Humor kommt meist hintergründig und ketzerisch daher. "Wir sind doch alle froh, wenn Westerwelle im Ausland ist. Aber ist das nicht eine perfide Art von Fremdenfeindlichkeit?" Eckenga stellt Ansprüche an sich und an sein Publikum. Und selbst, wenn er auf der Bühne blödelt, tut er das auf hohem Niveau.

Der Kabarettist philosophierte über seine und unsere Mitmenschen, über den alltäglichen Wahnsinn, der uns in Gestalt des Nachbarn oder des Akademikers heimsucht. "Deutschland ist voll mit Experten und blitzgescheiten Spezialisten, die uns erklären, warum ein Truppenabzug aus Afghanistan mit der Entsendung neuer Soldaten beginnen muss."   Bissig, scharfzüngig und mit erhobener Stimme recherchierte Eckenga dort, wo es am meisten weh tut. Dort "wo die Glühbirne verboten, aber Westerwelle als Außenminister erlaubt ist". Im nächsten Moment wurde der Kabarettist leiser und karikierte liebevoll und sanft die Mundart seiner Heimat. "Im Ruhrgebiet spricht man hochdeutsch - nur nicht so kompliziert".

"Spitzenintelligente Ausnahmeköppe" Fritz Eckenga ist ein Sprach-Jongleur: mal scharf und direkt, mal leise und nachdenklich. Das Wulfener Publikum ließ sich auf diesen Humor ein und erlebte einen höchst vergnüglichen Freitagabend mit "spitzenintelligenten Ausnahmeköppen, ohne die man ziemlich dösig durchs Dasein humpeln würde". Mit "zur Dauerbeschallung ungeeigneten Jammerlappen aus Mannheim", sprich: Xavier Naidoo. Mit "morgendlichen Besuchern, bei denen das Wort 'Morgengrauen' jede romantische Bedeutung verliert". Und mit vielen anderen Einheimischen wie Du und Ich.