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Gefährliche Überholmanöver auf der Hervester Straße

Pendler kritisiert lebensmüde Autofahrer

Berufspendler Marcel Glacki zeigt sich über die alltäglichen Überholmanöver auf der Hervester Straße (L 608n) „schockiert und fassungslos“. Erst am Donnerstag hat Glacki wieder eine brandgefährliche Situation erlebt. Ein Video zeigt, was er meint.

Dorsten

, 15.03.2018
Gefährliche Überholmanöver auf der Hervester Straße

Erst am 14. Februar gab es auf der L 608 einen Unfall. © Foto: Guido Bludau

„Ich kann schon nicht mehr zählen, wie oft ich die Situation erlebt habe, dass Autofahrer hier trotz Gegenverkehrs zum Überholen ausscheren“, sagt Marcel Glacki. Das Zwischenstück zwischen Auffahrt Industriegebiet Dorsten/Marl und Halterner Straße gehört zum täglichen Arbeitsweg von Marcel Glacki, der bei einem Unternehmen in der Wenge tätig ist.

70 km/h-Limit

Die Strecke ist als Schnellstraße ausgewiesen, in Höhe von Lippe und Kanal besteht jedoch eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 km/h. Am 14. Februar dieses Jahres gab es dort zuletzt einen Unfall, im Begegnungsverkehr kollidierten zwei Fahrzeuge. „Allein seitdem habe ich viermal erlebt, dass hinter einem mir entgegenkommenden Lastwagen ein Auto zum Überholen ausscherte“, so der Berufspendler. „Aber die Dunkelziffer muss weitaus höher sein, da ich ja nur einmal morgens und einmal abends hier lang fahre.“

Ohne freie Sicht

Am Dienstag scherte nach Worten von Glacki ein Wagen ohne freie Sicht zum Überholen aus und „zwang damit den Lkw, den er überholte, sowie mich und zwei hinter mir fahrende Fahrzeuge zum Abbremsen“. Es wäre jede Menge Platz gewesen, den Überholvorgang abzubrechen: „Doch der Fahrer zog eiskalt durch.“

Vergangene Woche Dienstag musste Marcel Glacki „das erste Mal eine Notbremsung bis zum völligen Stillstand seines Fahrzeugs hinlegen, um einen Unfall noch zu verhindern“, erzählt er. Auch hier habe ein Autofahrer den Überholvorgang nicht abgebrochen, „obwohl ich durch Hupe und Lichtzeichen auf mich aufmerksam machte“. Beim Schneefall vor ein paar Tagen habe man auf der Fahrbahn gut erkennen können, wie häufig auf diesem Abschnitt überholt werde. Hier, ohne freie Sicht zu haben, zu überholen, sei nicht nur ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung, meint Glacki: „Es ist auch lebensgefährlich.“

Videokamera installiert

Denn auch die Geschwindigkeitsbegrenzung finde hier keine Beachtung: „Regelmäßig kriecht mir hier jemand in den Kofferraum. Es grenzt für mich an ein Wunder, dass hier bislang so wenig passiert ist.“ Marcel Glacki hat am Mittwoch sogar eine Videokamera an seinem Wagen montiert, um im Bild festzuhalten, wenn es wieder soweit sein sollte. „Ich musste gar nicht lange warten.“

Am Donnerstag war es direkt soweit. Bei einem Überholvorgang vor ihm musste der entgegenkommende Fahrer abbremsen und leicht auf den Seitenstreifen ausweichen, um den Unfall zu verhindern. Ein paar Sekunden später überholte der rücksichtlose Fahrer im Kreuzungsbereich trotz Gegenverkehrs und überfuhr dabei eine schraffierte Sperrfläche.

Marcel Glacki hat auch die Polizei über seine Erfahrungen informiert. „Ein guter Hinweis“, erklärte Pressesprecherin Ramona Hörst (Polizeipressestelle) auf unsere Anfrage. „Wir haben die Informationen an unseren Fachdienst weitergeleitet und prüfen, inwieweit dort Kontrollen nötig und möglich sind.“

Gespräch mit Straßen-NRW

Auch Marcel Glacki fordert, dass die Polizei dort regelmäßig das Verkehrsverhalten der Autofahrer überprüft – vor allem im Berufsverkehr. „Wenn das nicht hilft, wäre für mich ein Überholverbot auf dem Abschnitt die einzige Lösung, bevor noch etwas Schlimmes passiert.“ Ramona Hörst erklärte, dass die Polizei das Gespräch mit der zuständigen Behörde Straßen-NRW suchen werde, wenn nach der Prüfung der bauliche Zustand neu bewertet werden müsse.

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