Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Gesungene Epochen der Kirchenmusik

29.10.2007

Dorsten Ein außergewöhnliches Konzert in der Friedenskirche auf der Hardt machte neugierig, auch wenn die Akzeptanz der Zuschauer ein wenig enttäuschte. Der Kammerchor Bottrop stellte sich mit einem höchst interessanten Programm vor, das den weiten Bogen von Johann Sebastian Bach bis zur irischen Folklore umspannte. Die Begrüßung durch Pfarrer Krema, der die Musik und die Leidenschaft miteinander verband, führte mitten in das musikalische System, dieser außerordentlichen, hoch angesiedelten Veranstaltung.

Die doppelchörige Motette "Singet dem Herrn ein neues Lied" von Johann Pachelbel am Beginn des Konzerts durfte als Leitmotiv verstanden werden, das wie ein roter Faden das Programm durchzog und bestimmte. Doch noch fehlte ein wenig die notwendige Kongruenz zwischen Raumakustik und Gesang. Doch damit öffnete sich weit die Bereitschaft für J.S. Bachs Motette "Fürchte dich nicht, ich bin bei dir", BWV 228. Sängerische Attribute wie Sorgfalt der Artikulation und präzises Gestalten der thematischen Struktur wurden plötzlich wie selbstverständlich in den Mittelpunkt gerückt.

Intensität des Gesangs

Der Zuhörer wurde damit von der Intensität des Gesangs in das Textverständnis suggestiv einbezogen. Das galt in ähnlicher Weise für die Interpretation von Johann Sebastian Bachs zweichöriger Motette "Der Geist hilft unserer Schwachheit auf". Das zügige Tempo und die klare Textorientierung sorgten für eine sehr eindrucksvolle sängerische Leistung. Doch sollte man dabei nicht die sehr sensible Raumakustik unterschätzen. Dazu verhalf die absolut sichere Orientierung und immanente Gestaltungskraft von Friederich Storfinger, die der Aufführung den entscheidenden Impetus und seine gültige stilistische Einordnung mitteilte.

Ganz anders erklangen die geistlichen Lieder von Felix Mendelssohn Bartholdy in ihrer romantischen Grundhaltung, die sich jedoch ebenso deutlich an der Barockmusik orientiert. Man erspürte sehr deutlich im Gesang von Maria Drees, Sopran, die tiefverankerte Identifikation mit der Musik. Die Orgelbegleitung von Friederich Storfinger ergänzte einfühlsam den geistlichen Charakter der Lieder.

Schlussbeifall

Ein Beweis für die Bandbreite ihres sängerischen Repertoires waren das "Magnificat" und "Nunc dimittis" für Solo, Chor und Orgel. Auf dem Hintergrund der irischen Folklore erfuhren beide anspruchsvollen Chorwerke eine bemerkenswert schöne, stilgerechte Wiedergabe. Im anhaltenden Schlussbeifall spiegelte sich die Begeisterung für die Künstler und ihre Musik. Volker Wiltberger

Lesen Sie jetzt