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Gewalt selbst gegen junge Frauen

Dorsten "Die Gewalt zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Register."

22.08.2007

Richterin Lisa Hinkers sprach gegenüber dem 19-jährigen Angeklagten vor dem Jugendschöffengericht eine klare Warnung aus. Zuvor war Oberstaatsanwalt Pollender deutlich geworden: "Wer Frauen schlägt, der kriegt ganz große Probleme - wagen Sie es nicht, ich hole Sie persönlich ab." Der junge Dorstener hatte sich wegen zweifacher Körperverletzung zu verantworten. Im ersten Fall soll er am 24. März 2006 einen jungen Mann in einer Gaststätte ins Gesicht geschlagen und ihm mit der Zigarette in der Hand eine Brandwunde unter dem Auge zugefügt haben.

"Davon weiß ich nichts", war die einzige Aussage, die der Angeklagte dazu machen konnte. Er hatte, bevor er zur Geburtstagsfeier in die Kneipe ging, etwa eine Flasche Wodka getrunken und "zwei bis drei Bier nachgelegt". Der Geschlagene (21) schilderte im Zeugenstand glaubhaft den Vorfall, nach dem er sich gleich ein Taxi bestellte und seine Aussage bei der Polizei machte.

Zweiter Ausbruch

Der zweite Gewaltausbruch ereignete sich zwei Stunden später. "Er stand im Weg und ich habe gefragt, ob er mir Platz macht. Er hat mich öfter als Schlampe beleidigt. An dem Abend standen wir voreinander und haben uns angeschrien," schilderte die Zeugin (21). Plötzlich sei sie ins Gesicht geschlagen worden, habe zurückgeschlagen, woraufhin der Angeklagte ihr die Finger umgeknickt habe, um sie in Knie zu zwingen. Auf die Frage, ob diese Schilderung richtig sei, antwortete der Angeklagte, er könne sich nicht erinnern. Während der Vernehmung wurde deutlich, dass die Zeugin in einem Zivilverfahren bereits erwirkt hat, dass der Angeklagte sich ihr nicht mehr nähern darf.

Gegen Aggressivität

In den Vorbelastungen des Angeklagten sammelten sich seit 2002 Hausfriedensbruch, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen, Diebstahl. Im April 2007 wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung zu einem vierwöchigen Arrest verurteilt, den er abgesessen hat. "Hat das Wirkung getan? Ist zu erwarten, dass er kapiert hat?", fragte Richterin Hinkers. Sie verurteilte den 19-Jährigen zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Daraus abgeleitet werden soll für jeden der Geschädigten 150 Euro im Sinne des Täter-Opfer-Ausgleiches, zudem muss der Gewalttätige ein Anti-Aggressions-Training absolvieren. se

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