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Hat der Stiefvater seine Tocher sexuell missbraucht?

Prozess vertagt

Schuldlos angeklagt oder ein Mann, der seine Stieftochter angefasst und weiter sexuell bedrängt hat? Um diese Frage drehte es sich vor dem Dorstener Schöffengericht.

DORSTEN

von Von Stephen Kraut

, 08.11.2011

„Ich habe das nicht gemacht“, betonte der Stiefvater nach der Verlesung der Anklageschrift. Er soll sich, so der Vorwurf, im Sommerurlaub 2006 zu seiner damals zwölfjährigen Stieftochter ins Bett gelegt und sie gestreichelt haben. Drei Jahre später soll er sich neben sie in das Bett der Eltern gelegt haben, von wo aus sie Fernsehen schaute, sie dann festgehalten, angefasst und weitere sexuelle Handlungen vorgenomment haben. Staatsanwalt Hans-Ulrich Pollender ermutigte den Angeklagten direkt, die Taten zuzugeben – sofern er sie begangen hatte. „Noch würde das Gericht es zu Ihren Gunsten bewerten, wenn Sie gestehen."

Aber das, beteuerte der Angeklagte, sei nicht der Fall und so wurde die heute 18-jährige Stieftochter verhört, die auch als Nebenklägerin auftrat. Allerdings schlichen sich schnell Zweifel an ihrer Schilderung ein. So konnte sie nicht schlüssig erklären, warum sie nicht das Zimmer verließ, als ihr Stiefvater, der zwischen beiden Taten immer wieder anzügliche Kommentare abgegeben haben soll, nur mit einer Unterhose bekleidet hereinkam und sich neben sie legte. Auch Tagebuchauszüge, die Richterin Regine Heinz vorlas, irritierten, beteuerte die 18-Jährige darin doch ihr gutes Verhältnis zu den Eltern. Insgesamt waren die Zweifel für das Gericht so groß, dass es nun per Gutachten prüfen will, inwieweit man der Aussage glauben kann. Die Verhandlung wurde vertagt.

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