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Heimat seltener Pflanzen

14.08.2007

Schermbeck Zur ersten Fahrradtour durch die Naturschutzgebiete Dämmerwald und Lichtenhagen lud die Biologische Station des Kreises Wesel ein. Etwa 25 Radler begleiteten Samstagmorgen den Diplom-Biologen Wilhelm Itjeshorst vom Parkplatz bei Pannebäcker an der Malberger Straße aus, um pflanzenkundliche Besonderheiten des Staatsforstes Dämmerwald und des südöstlich vorgelagerten Lichtenhagens kennen zu lernen.

Nach einer knappen Darstellung der geologischen Entwicklung des Raumes durch den mäandrierenden Rhein und eiszeitliche Überformungen und nach einer Beschreibung der typischen Bodentypen befasste sich Wilhelm Itjeshorst vorwiegend mit botanischen Fragestellungen.

Während der etwa dreistündigen Rundfahrt stellte er den Exkursionsteilnehmern unterschiedliche Biotopstandorte vor und machte deutlich, dass zahlreiche gefährdete Pflanzenarten eines besonderen Schutzes bedürfen.

Während der Rundfahrt wurden unterschiedliche Waldtypen vorgestellt. Naturnahe und mäandrierende Bachläufe werden von Erlen-Bruchwäldern begleitet. Im Zentralteil sind Hainsimsbuchenwälder ebenso vorhanden wie Eichenwälder sowie Stieleichen-Hainbuchenwälder. Aufforstungsmaßnahmen im 19. Jahrhundert, vor allem aber nach dem Zweiten Weltkrieg, haben zu einem starken Anteil an Kiefern geführt.

Eine naturkundliche Perle inmitten des Dämmerwaldes stellt das Jägerheidemoor dar. Das aus einer großen Wasseransammlung heraus entstandene Moor weist viele Pflanzen der Hochmoore auf. Eine botanische Besonderheit: Mit Preiselbeere, Heidelbeere, Moosbeere und Rauschbeere kommen alle vier am Niederrhein nachweisbaren Beerenarten am Jägerheidemoor vor.

Biotop-Komplex

Ein strukturreicher Biotopkomplex wurde im Naturschutzgebiet Lichtenhagen vorgestellt. Die Gewässer sind Lebensraum sehr vielgestaltiger Vegetationseinheiten, die von Unterwasser-, Schwimmblatt-, Röhricht-, Verlandungs- bis hin zu Hochstauden- und Gebüschgesellschaften reichen. In einem stark beeinträchtigten Heidemoor findet man noch Anklänge an moor- und heidetypische Vegetation und Flora. Die Gesamtflora des Lichtenhagens weist mehr als 300 Gefäßpflanzenarten und mindestens neun Laubmoosarten auf. H.Sch.

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