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In Schermbeck gibt es wenig Armut

Familienbericht des Kreises Wesel

SCHERMBECK Bestnoten erhält Schermbeck von den Familien der Gemeinde. Das wird im Familienbericht des Kreises Wesel deutlich, den Gabriele Klein den Mitgliedern des Rats vorstellte.

von Von Berthold Fehmer

, 26.04.2010

Die sieben kleineren Städte und Gemeinden des Kreises sowie Rheinberg haben sich an der Erstellung des Familienberichts beteiligt, der von der Bochumer Firma „Faktor Familie“ erstellt wurde. Mit der statistischen Erhebung von Daten wolle man einen „familienpolitischen Blindflug“ ausschließen, sagte Klein, sondern den Bedarf von Familien für passgenaue Verbesserung von Lebenslagen einschätzen. Neben statistischen Daten wurden 4000 Familien im Kreis mit einem Fragebogen angeschrieben, 49 Prozent antworten darauf.

Sieben Prozent der Familien in Schermbeck weisen einen Migrationshintergrund auf – so wenig, wie keine Kommune der Studie. Das Äquivalenzeinkommen (eine Durchschnittsgröße, die alle Personen des Haushalts einbezieht) liegt in Schermbeck bei 1126 Euro im Monat – über dem Durchschnitt von 1096 Euro. 75 Prozent der Familien in Schermbeck werden als nicht arm oder armutsnah eingestuft, so Klein. Was die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft, erhält Schermbeck von den Familien Bestwerte. Dass „nur“ 49 Prozent der Mütter erwerbstätig sind, zwölf Prozent Vollzeit, 37 Prozent Teilzeit, kommentierte Klein mit den Worten: „Manche Frauen wollen auch nicht arbeiten.“ Als Gründe wurden genannt, dass ansonsten die gemeinsame Familienzeit mit dem Partner fehle, die Kinder sonst zu kurz kämen und die hohen Flexibilitätsanforderungen des Arbeitsmarkts.

Auch die Zufriedenheit mit den Grundschulen ist in Schermbeck so hoch wie in keiner anderen Kommune der Studie. Die Familien sind zufrieden mit ihrem Wohnumfeld, wohnen durchschnittlich 21 Jahre in Schermbeck (Durchschnitt: 19). Wo viel Licht ist, ist aber auch Schatten: Bis 2024 sei in Schermbeck ein Bevölkerungsrückgang von acht Prozent zu erwarten, so Klein. Armutsgefährdet seien vor allem allein erziehende Eltern, hier werden bereits Konzepte erstellt. Man müsse außerdem den U3-Ausbau ankurbeln. Kritisiert werden im Familienbericht in Schermbeck die Spielplätze – sie erhalten die schlechteste Bewertung. Die Anbindung mit dem ÖPNV kommt schlecht weg, die Gesundheitsvorsorge wird kritisiert. Christian Hötting (CDU): „Da steckt ein ganzer Batzen an Diskussions- und Arbeitspotenzial drin.“