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In Widersprüche verwickelt

08.10.2007

Dorsten Für Oberstaatsanwalt Busse war es ein ganz besonderer Tag. Endlich war mit der gestrigen Berufungsverhandlung ein umfangreiches Verfahren, in dem es um fingierte Unfälle in und um Dorsten ging, endgültig abgeschlossen. "Jetzt kann ich mich wieder voll und ganz auf andere Sachen konzentrieren", atmete der Anklagevertreter auf.

Der 32-jährige jetzt in Essen wohnhafte Angeklagte war der Letzte in einer ganzen Reihe von beteiligten Personen, der versuchte, durch die Berufung eine Änderung des erstinstanzlichen Urteils zu erreichen.

Vor knapp einem Jahr hatte ihn das Amtsgericht Dorsten wegen Betruges zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe und 600 Euro Geldbuße verurteilt. Von 1998 bis 2003 hat eine in der personellen Besetzung wechselnde Gruppe unter Federführung von einigen Organisatoren immer wieder Unfälle fingiert, um Gelder von den Versicherungen zu kassieren.

Zwei Fälle waren dem Angeklagten ursprünglich vorgeworfen worden. Verurteilt wurde er letztendlich wegen eines vorgetäuschten Unfalls im Juli 2001. Bei dem Crash an der Kreuzung Plaggenbahn/Gahlener Straße wurde ein Schaden von 30.000 Euro verursacht.

Der 32-Jährige wollte eigentlich auf einen Freispruch hinarbeiten. Doch nicht nur die Aussagen von ehemaligen Mittätern belasteten ihn. Auch die Fragen von Richter Knut-Henning Staake zu den Vermögensverhältnissen zur Tatzeit brachten den Angeklagten ins Schwimmen.

Als sich der 32-Jährige schon an diesem Punkt in Widersprüche verwickelte, gab Richter Staake ihm den guten Rat, noch einmal Rücksprache mit seinem Verteidiger Michael Schwankl zu halten.

Das Ergebnis der Unterredung: Der Angeklagte zog seine Berufung zurück. Anklagevertreter Busse kann diesen Aktendeckel damit endgültig schließen. mari

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