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Jungen werden durch Box-Training zu Streitschlichtern

11.10.2007

Hervest "Ich gehe jetzt anders mit Streit um." In seinen eigenen Worten erklärt der 15-jährige Mesut das Ziel eines Projekts, dass der Verein für Integrative Kulturarbeit an der Josefschule durchführte. Unter dem Motto "Be on the move" ging es zum einen darum, vorhandenes Gewalt-Potential bei Jugendlichen in andere Bahnen zu lenken. Auf der anderen Seite sollten die Schüler auch kreativ werden. Projektleiterin Katrin Clemen gelang es, den Theater- und Medienpädagogen Lutz Pickardt zu gewinnen, der die Jugendlichen zunächst in kleinen Schritten an die Schauspielerei heranführte, um dann mit ihnen einen Film zu drehen.

Dieser wurde gestern in der Aula der Josefschule den anderen Schülern und zahlreichen Lehrern präsentiert. Nach einem vierminütige Video-Clip zur Einstimmung auf das Thema startete der Hauptfilm. In diesem knapp halbstündigen Streifen mit dem Titel "Das Handy" entsteht nach dem Diebstahl eines Handys ein Konflikt zwischen zwei Jugendlichen, der am Ende aber geklärt wird. Der Streifen kam beim Publikum richtig gut an. Eine Tanz-Einlage zu einem Lied des türkischen Sängers Tarkan sorgte sogar für Szenen-Applaus.

Im Mai startete das Projekt mit zwölf Jungen aus der 9. Klasse. Diese hatten sich im Vorfeld freiwillig gemeldet. Zunächst ging es in die Workers Hall. Dort gab es statt des normalen Sport-Unterrichts Box-Training bei Profi-Coach Sebastian Louven. Der legt neben hartem und diszipliniertem Training viel Wert auf Fairplay. "Das war anfangs hart, ich hatte Muskelkater. Dann hat es immer mehr Spaß gemacht", erinnert sich Nadeem.

Freiwillig trainiert

Und zwar soviel Spaß, dass die Jungen sogar in den Sommerferien weiter trainierten. Auch im sozialen Bereich hat das Training enorm viel gebracht. Ab der kommenden Woche stellen sich die Jugendlichen freiwillig als Streitschlichter auf dem Schulhof zur Verfügung.

Das Box-Training können die Jungen in den kommenden Wochen dank des Engagements der Sparkasse Vest fortführen. "Diese Jungs bekommen selten Anerkennung, ich bin total stolz auf das, was sie hier geleistet haben", erklärt Clemen am Rande der Film-Vorführung. Der Streifen soll nun auch an anderen Schulen gezeigt werden, damit auch dort Konflikte bald in anderer Weise gelöst werden. DM

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