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Kontroverse Diskussion um die Zechenpläne

Bürgerforum

HERVEST Manchmal muss man harte Knochenarbeit leisten: Wenn um die beste Lösung für die Zukunft eines Ortsteils gerungen wird, sind auch kontroverse Diskussionen nötig.Genau die konnten am Montagabend rund 150 Teilnehmer beim Bürgerforum über das neue Fürst-Leopold-Konzept im Rathaus-Saal miterleben. Dreieinhalb Stunden lang ging es zur Sache

von Von Klaus-Dieter Krause

, 20.04.2010
Kontroverse Diskussion um die Zechenpläne

So könnte das Zechengelände eines Tages aussehen.

Zunächst stand ein „Knochen“ im Mittelpunkt. Denn ursprünglich sollte die Einkaufsstraße Harsewinkel im Norden durch das neue Leopold-Einzelhandels-Zentrum verlängert werden. Dessen Gebäude hätten einen „Knochenkopf“ gebildet, das südliche Gegenstück sollte der Aldi-Markt am Ende des Harsewinkels sein. „Doch diese Pläne ließen sich nicht realisieren“, erläuterte Stadtbaurat Holger Lohse. Wegen der Nähe von Wohngebäuden sei das Konzept aus Emissionsschutzgründen nicht umsetzbar. Auch die Verkehrsführung und Flächengröße-Ansprüche des Investors, der die Parkplätze für den Handels- und Kulturbereich durch neu errichtete Gebäude lärmtechnisch abschirmen will, sprachen gegen die Süd-Lösung. Die nun von der Tedo GmbH und der Stadt favorisierte Ost-Variante, rund 500 m vom Harsewinkel entfernt, stößt aber auf massive Ablehnung der Hervester Gewerbetreibenden. Da half es auch nichts, dass Projekt-Koordinator Thomas Boos einen „Freizeit-Boulevard“ als fußläufige Verbindung ankündigte und Ralf Ehlert darauf verwies, dass die monatlich rund 100 000 erwarteten Besucher des Kultur- und Freizeitbereiches („allein unsere Dortmunder Disko zählt monatlich 30 000 Gäste“, trat Ehlert Zweiflern entgegen) bestimmt auch den einen oder anderen Euro im Harsewinkel ausgeben würden.

Die Harsewinkel-Kaufleute glaubten stattdessen dem vernichtenden Urteil eines IHK-Sprechers: „Für uns ist nur die alte Süd-Lösung akzeptabel. Das jetzige Konzept bedeutet nicht nur den Tod des Harsewinkels als Einkaufszentrum, sondern wird auch anderen Dorstener Ortsteilen und dem Zentrum schaden.“ Es gab jedoch nicht nur die detailliert vorgetragenen Bedenken und Sorgen der Gewerbetreibenden. Mehrere Anwohner meldeten sich zu Wort, die dem neuen Konzept durchaus Positives abgewinnen konnten: „Es wird Zeit, dass in Hervest etwas passiert. Ich finde gut, was dort geplant ist.“

Am Ende zeichnete sich ab, was am Dienstag der Planungsausschuss umsetzte: CDU und SPD-Sprecher regten an, dass Stadt, Investor und Gewerbetreibende gemeinsam überlegen sollen, wie der Harsewinkel überleben kann. Dass dessen Ausbluten und Dahinsiechen trotz aller Maßnahmen unvermeidlich ist, falls die „Ostlösung“ kommt, glaubt Martin Hagemann (Wir-Fraktion). Hoffentlich war es da kein böses Omen, als der Computer beim Starten der Tedo-Präsentation einen Musikfetzen einspielte: Ausgerechnet „Spiel mir das Lied vom Tod.“