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Kulturhauptstadt-Projektchor gab eindrucksvolles Konzert

„Überm Sternenzelt“

WULFEN „Überm Sternenzelt“ – so lautete der Titel des Konzertes des Kulturhauptstadtprojektchores am Samstag im Gemeinschaftshaus Wulfen. Zwei Wochen zuvor war das Ensemble zum ersten Mal in dieser Zusammensetzung in der Kulturhauptstadt 2010 Istanbul aufgetreten.

von Von Hakan Keser

, 27.04.2010
Kulturhauptstadt-Projektchor gab eindrucksvolles Konzert

Überaus eindrucksvoll geriet das Konzert im Gemeinschaftshaus.

Im Beisein der türkischen Generalkonsule aus Essen und Münster eröffnete sich Musikliebhabern ein einzigartiges Erlebnis. Das Konzertprojekt „Überm Sternenzelt“ ist eines von Dorstens Beiträgen zu den Twins-Veranstaltungen im Kulturhauptstadt-Programm 2010. In Wulfen fand ein beeindruckender kultureller Brückenschlag zwischen Orient und Okzident statt, der bei den Zuhörern einen tiefen Eindruck hinterließ.

Über 130 Musiker aus den Ensembles von „confido vocale & camerata e.V.“ aus Dorsten und dem „Istanbul European Choir“ verwandelten das Gemeinschaftshaus in einen Konzertsaal. Mit dabei waren die zum größten Teil erfrischend jungen Solisten Lucie Donart (Sopran), Alexandra Thomas (Alt), Nikolau Miassojedov (Bass), Onur Erdinc (Tenor) sowie Maik Horstmann (Tenor). Während die „Symphonie Nr. 9 in d-Moll“ von Beethoven den meisten Musikkennern mindestens dem Namen nach geläufig ist, war es für viele die erste Begegnung mit dem „Yunus-Emre-Oratorium“ des türkischen Komponisten Ahmet Adnan Saygun. Gemeinsamkeit der Musik ist die Inspiration ihrer Komponisten durch Dichter. „Freude“ ist das Thema von Beethovens Symphonie, der sich von Schillers „An die Freude“ inspirieren ließ. „Liebe“ ist der zentrale Moment in der Komposition von Saygun, der als größter Komponist der Türkei gilt, der Worte des türkischen Mystiker und Dichter Yunus Emre vertonte.

Der Abend trat den Beweis an, dass Musik die universelle Sprache über jegliche Sprachbarrieren ist. „Ich bin ein ächzend Wasserrad“ oder „Liebeswein“ lauteten die Titel aus dem Yunus-Emre-Oratorium, die das Gemeinschaftshaus füllte. „Die Musik ist fantastisch“, bewertete Traude Held begeistert den ersten Teil des Konzertes. Orientalische Musik hatte sie an diesem Abend erwartet und war überwältigt von Sayguns Komposition, die, obwohl sie ihre Inspiration aus den religiösen Versen des Yunus Emre aus dem 14. Jahrhundert schöpft, in einer klassischen Komposition so viel Kraft und Gefühl entfaltete. 

Für ein außerordentliches Hör- und Musikerlebnis sorgten aber die Musiker, die mit diesem Schulterschluss-Projekt verdeutlichten, dass die Entdeckung von Gemeinsamkeiten gerade im kulturellen Bereich immer aufs Neue möglich ist. Das Fazit von Generalkonsul Gürsel Even aus Münster, der sich darüber freute, dass den Besuchern ein neuer Eindruck der Türkei als Kulturland geboten wurde: „Diese Veranstaltung ist der beste Beweis, dass Kultur wirklich eine Brücke sein kann.“