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Ladenschluss in Rhade

Rhade Zwei Weltkriege, eine Jahrtausendwende und zahlreiche Währungs-Reformen hat der kleine Laden überlebt. Aber nach mehr als 100 Jahren ist nun Schluss, am kommenden Samstag schließt EDEKA Schneider in Rhade zum letzten Mal.

22.10.2007

Inhaber Berthold Schneider steht zwischen den Regalen und sieht die Entwicklung mit gemischten Gefühlen: "Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge". Weinend, da der Lebensmittelladen auf dem Urbanusring nach drei Generationen ein Stück Dorfgeschichte ist, ein Treffpunkt für alle Rhader. Wer ein wenig Klatsch und Tratsch und die neuesten Geschichten hören wollte, der wurde bei EDEKA Schneider auch bedient. Lachend, weil es eine neue Herausforderung gibt. Mit seiner kompletten Belegschaft, das heißt mit 17 Mitarbeitern (inklusive Aushilfskräften), zieht Schneider ins neue Nahversorgungszentrum Rhade um, das sich noch im Bau befindet. Dort nimmt Schneider dann eine leitende Position bei Rewe Honsel ein. "Ich bin froh, dass Honsel alle Mitarbeiter übernommen hat. Einige sind hier schon seit mehr als 25 Jahren beschäftigt", erklärt der Geschäftsmann weiter. Seine Großeltern Johann und Gertrud haben den Laden Anfang des 20. Jahrhunderts aufgebaut. Damals wurden Lebensmittel, Klein- und Haushaltswaren angeboten. Schneiders Eltern Rudolf und Maria übernahmen das Geschäft und führten es auch durch die schwierigen Zeiten während des zweiten Weltkrieges.

Kunden sind traurig

"Für sie ist es noch ein wenig schwieriger, den Laden aufzugeben", weiß Berthold Schneider. Auch die Kunden seien eher traurig, da gerade bei EDEKA Schneider immer wieder Extra-Wünsche erfüllt werden konnten, die es in dieser Form wohl kaum noch gibt. So nutzten auch die Rhader Vereine an einigen Sonntagen die Lokalität, um zum Beispiel ihre Getränke bei Veranstaltungen zu kühlen. "Früher klingelten auch Kunden sonntags, wenn sie etwas dringend benötigten. Da durfte auch noch angeschrieben werden, und meine Schwester Christa brachte den Einkauf manchmal sogar den Kunden bis nach Hause", erinnert sich der Laden-Inhaber an alte Zeiten.

Was aus den Geschäftsräumen am Urbanusring wird, weiß er noch nicht. Die Post-Stelle, die sich ebenfalls im Laden befindet, hält ihren Betrieb allerdings noch bis zum 14. November aufrecht.

Mittlerweile weisen die Regale im kleinen Rhader Laden einige Lücken auf, überall prangen Ausverkauf-Schilder, bald werden auch diese verschwunden sein. Daniel Maiß

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