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Landschaft spiegelt sich am Gahlenschen Kohlenweg

Acht Blickrichtungen

DORSTEN Mitten auf dem platten Feld, unmittelbar am Gahlenschen Kohlenweg, sollen vier Verkehrsspiegel zur Auseinandersetzung mit der sich wandelnden Umgebung anregen. „Ermöglicht werden so acht Blickrichtungen“, erklärte vor Ort Ideengeber Ulrich Daduna.

von Von Michael Klein

, 28.04.2010
Landschaft spiegelt sich am Gahlenschen Kohlenweg

Angelika Krumat (Virtuell-Visuell) und Ulrich Daduna (Kunstverein Gelsenkirchen).

Es geht um die Wechselwirkung von Natur und Industrie. Darum, die unterschiedlichen Landschaften zu spiegeln. Grenzüberschreitend, im Niemandsland zwischen Dorsten und Gelsenkirchen. Dort, wo die Lippestadt am südlichsten ist, kurz vor dem Sommerhofsweg also, wird der Kunstverein Gelsenkirchen ein Kunstwerk positionieren. Mitten auf dem platten Feld, unmittelbar am Gahlenschen Kohlenweg, sollen vier Verkehrsspiegel zur Auseinandersetzung mit der sich wandelnden Umgebung anregen. „Ermöglicht werden so acht Blickrichtungen“, erklärte am Mittwoch vor Ort Ideengeber Ulrich Daduna. Blicke in Richtung Scholvener Chemieanlagen ergeben damit automatisch auch Rückblicke auf Altendorfer Ackerbau-Kultur und umgekehrt.

Am 18. Juli soll das Objekt namens „Raumsprachen – open space“ offiziell enthüllt werden. „Hoffentlich klappt das“, sagt Ulrich Daduna – denn derzeit liegt er mitten im Genehmigungs-Clinch mit dem Kreis Recklinghausen. „Die haben Angst, dass da Vögel in die Schilder fliegen.“ Dass ein Gelsenkirchener Verein auf Dorstener Territorium künstlerisch tätig wird, ist für Angelika Krumat vom Dorstener Kooperationspartner Virtuell-Visuell ein schönes Beispiel für die „Kulturvernetzung“ von Ruhr.2010. Die Raumsprachen-Skulptur wird der vierte Beitrag auf Dorstener Stadtgebiet sein, der die gesamte Kunstachse des ehemaligen Gahlenschen Kohlenwegs zwischen Kohlhaus auf der Hardt und Hattingen schmücken wird.

Einige Vertreter der beteiligten Kunstvereine stellten am Mittwoch die offizielle Karte vor, die den Verlauf der alten Transporttrasse der Frühindustrialisierung visualisiert – mit allen Kunststationen, die den Raum auf kreative Art miteinander verschnüren. Mit dabei: die Kunkel-Kohlenstele am Dorstener Ruderhaus, der Kohle-Brocken im Toom-Kubus und der Ruhr-Kulturgarten in Altendorf mit seiner Apfelbaum-Plantage im Revier-Umriss. Und alle anderen Kohlenweg-Kunstwerke bis hin zum nun zum zweiten Mal der Zerstörungswut zum Opfer gefallenen „Observer“ in der Hattinger Ruhr. Die Besucher der A 40-Tafelei haben übrigens ein weiteres Werk vor Augen: Die großformatige Zeichnung „Schnellweg“ von Klaus Dauven ist nicht nur genau an der Stelle, wo die Autobahn den alten Kohlenweg kreuzt, sondern auch da, wo die Dorstener Tische beim Stil-Leben am 18. Juli platziert werden.