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Lippe-Ufer zeigt sich bald entfesselt

SCHERMBECK Etwas träge fließt die durch das satte Grün der Wiesen in Schermbeck-Damm. In ihrer Ruhe gestört wird sie nur durch ein orangefarbenes Ungetüm, das seit Dienstagn Stück für Stück einen Teil des Ufers wegbaggert.

von Von Michael Klein

, 04.03.2008
Lippe-Ufer zeigt sich bald entfesselt

Der Bagger entfernt seit gestern die Uferbefestigungen der Lippe in Höhe des Melkwegs in Damm und bildet mit dem Material kleine Inseln im Flussbett.

Auf einer Länge von 500 Metern zwischen Damm und Bricht entfernt der Bagger Befestigungen, Steine und Sand und lässt das Material in hohem Bogen ins Gewässer plumpsen. "Ziel ist eine möglichst naturnahe Gewässerentwicklung", erklärt dazu Lippeverband. Denn sind die schweren Wasser-Bausteine, die das Ufer begrenzen, erst einmal weg, hat der Fluss die Möglichkeit, sein Bett künftig verstärkt selbst zu formen.

"Uferentfesselung" nennen die Fachleute das, was gerade in Schermbeck passiert. Dabei entstehen Abbruchkanten am Fluss, die für Vogelarten wie etwa den Eisvogel eine ideale Nistmöglichkeit darstellen. Weitere Bausteine der Bagger-Aktion sind der Einbau von kleinen Inseln im Flussbett und die naturnahe Entwicklung der Lippeaue. Das soll dafür sorgen, dass sich bedrohte Pflanzenarten wieder ansiedeln können - das Ruhrkraut oder das Weidenröschen zum Beispiel.

Die Befestigungen der Lippe seien nicht mehr zeitgemäß, erklärt der Lippeverband. Es habe ein ökologisches Umdenken stattgefunden. Zudem habe sich die Wasser-Qualität in den vergangenen Jahren durch neue Kläranlagen und den deutlichen Rückgang der industriellen Nutzung deutlich verbessert, was sich in einer erhöhter Freizeitnutzung des Flusses durch Kanuten zeigt.

Kosten von 13 000 Euro

In den vergangenen Jahren hat sich eine Menge an der Lippe getan. Im Rahmen des Lippeauenprogramms wurden seit 1995 rund 30 Kilometer Uferabschnitte des Flusses entfesselt.

Vorige Woche hat es eine 200 Meter lange Wasser-Baustelle im Bereich der Lippe-Fähre in Wesel-Obrighoven gegeben, auch ein 500 Meter langer Abschnitt in Dorsten-Holsterhausen ist geplant. Alle Arbeiten können deshalb stattfinden, weil die Baustellen auf landes- oder kreiseigenen Grundstücken liegen. 13 000 Euro kostet die Umgestaltung in Schermbeck und Wesel, teilt der Lippeverband mit.