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Mausetot oder quietschfidel

Feldmark Brigitte Deina haut so schnell nichts um. Schon gar keine mausetote Wanderratte.

07.08.2007

Ein mumifiziertes Exemplar der Gattung "Rattus norvegicus" bewahrt sie seit ihrem Auffinden in ihrem Garten ein geradezu museales Andenken. Der luftgetrocknete Leichnam ist für sie leibhaftiges Symbol der seit Ewigkeiten andauernden Kanalbauarbeiten im Viertel.

Denn seit 2002 wird im Baugebiet rund um die Händelstraße und ihre "Straßen-Musikerkollegen" in der Feldmark unermüdlich an der maroden Abwasserkanalisation gewerkelt. "Nach jeder Tätigkeit, insbesondere aber nach Hochdruckreinigungen, tauchen die Ratten aus dem Untergrund auf", weiß etwa Uwe Bronak-Struckmeier aus eigener Beobachtung.

Er und Gattin Bärbel haben vom Wohnzimmer aus einen hervorragenden Überblick über den wohl gepflegten Garten. Wenn also etwa an der Händelstraße ein ums andere Mal mehr die Straße aufgerissen wird, um eine weitere Etappe des Mammuttiefbauprojektes in Angriff zu nehmen, treten die unterirdischen Schädlinge die Flucht ins für sie rettende Freie an und jagen durch die Blumenbeete der Bronaks und ihrer Nachbarn.

Eklig

Eklig sind die Viecher, da gibt es für die Anlieger des Telemannweges gar keinen Zweifel: "Ca 50 cm lang, inklusive Schwanz" - so beschreibt Nachbar Volker Wittig den abwehrendes Schütteln erzeugenden Gast in seinem Garten, als er sich morgens gerade genüsslich ein leckeres Frühstück einverleiben wollte. Brigitte Deina, die unerschrockene Tierfreundin, kennt die mobile, vielfüßige Trippelschar ebenfalls aus hautnaher Anschauung: "Sie laufen an den hinteren Zäunen entlang und schlagen sich dann durch die Dehnungsfugen zwischen den Häusern", weiß sie.

In der Schlacht gegen die vermehrungsfreudigen Wanderratten fühlen sich die Telemannweg-Bewohner von der Stadt im Stich gelassen. "Ich habe vor acht Wochen das Ordnungsamt angerufen. Unternommen wurde nichts", sagt Volker Wittig. Uwe Bronak-Struckmeier und viele andere Nachbarn haben das Problem deshalb selbst in Angriff genommen - und todbringende Köder ausgelegt. "Bislang sind wir recht gut zurechtgekommen. Problematisch ist jedoch, dass immerzu weiter an den Kanälen gearbeitet wird. Da ist irgendetwas oberfaul", mutmaßen er und seine Nachbarn.

Köder

Die Stadt selbst versicherte gestern auf Anfrage der Dorstener Zeitung, dass umgehend und verstärkt Rattenköder ausgelegt werden sollen. Stadtpressesprecherin Lisa Bauckhorn teilte dabei mit, dass die Kanalsanierungsarbeiten bis Ende 2007 abgeschlossen sein sollen. "Wegen der Bergsenkungen sind die Schäden an der Kanalisation entstanden. Zur Behebung wurde eine dreistufige Lösung entwickelt, die 2002 ihren Anfang nahm", erklärte Bauckhorn. Die Kanal-Innensanierungsarbeiten werden laut Auskunft von Bauckhorn von Spülungen unter Hochdruck begleitet - und die vertreiben die Nagermeute aus ihren Unterkünften in die Gärten. Ein Problem, das wohl erst ein Ende haben wird, wenn Ruhe im Schacht eintritt. eng

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