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Misstöne um geschassten Hornisten

DORSTEN Erst machten böse Gerüchte die Runde, dann setzte man ihn vor die Tür. Für Shusaku Fujita (59), über 30 Jahre Hornbläser der Neuen Philharmonie (NPW), brach vor sieben Monaten eine Welt zusammen.

06.03.2008
Misstöne um geschassten Hornisten

Sein Fall beschäftigte das Herner Arbeitsgericht. Der Albtraum für den Musiker aus Dorsten begann im Sommer: Da schwärzte ihn ein ehemaliger Freund aus gemeinsamen Bocholter Orchesterzeiten bei der Orchesterleitung in RE an. Er erhob schwere Vorwürfe gegen den Hornbläser, indem er behauptete, Fujita habe über Jahre mehrfach fremde Blasinstrumente auf Kosten seines Arbeitgebers warten und reparieren lassen. Die Chefetage der NPW reagierte - und zwar verstimmt: Shusaku Fujita wurde fristlos gekündigt.

Verrat gewittert

Doch der 59-Jährige kämpfte, witterte Verrat. Ausgerechnet nachdem es kurz zuvor zwischen den ehemals engen Freunden zum endgültigen Bruch gekommen war, tauchten die Anschuldigungen auf. Er verklagte die NPW vor dem Arbeitsgericht in Herne. Und gewann. Ende Januar entschied die 4. Kammer, dass das Orchester den 59-Jährigen zu den bisherigen Konditionen weiter beschäftigen muss. Begründung: Außer „vagen Verdachtsmomenten“ lasse sich nichts feststellen, was eine Kündigung rechtfertige.

Gehalt erstritten

Der Hornist bläst also wie all die Jahre zuvor ins Horn. Übrigens mit der vollen Unterstützung seiner Orchesterkollegen. „Alles ist wunderbar. Es gibt überhaupt keine Probleme“, betonte der 59-Jährige gestern auf dem Gerichtsflur. Für den Zeitraum seiner unrechtmäßigen Entlassung erstritt sich der Hornbläser nachträglich mehr als 5000 Euro an Gehalt. Der Albtraum ist noch nicht vorbei: Die NPW -Vertreter zeigten sich noch immer unversöhnlich. Die endgültige Zukunft Fujitas wird wohl erst in der zweiten Instanz am Landesarbeitsgericht Hamm entschieden.

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