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Mit Zaunlatten zugeschlagen?

03.08.2007

Dorsten Mit Zaunlatten, in denen noch die Nägel steckten, sollen zwei in Duisburg wohnende Männer im letzten Dezember eine 37-jährige Dorstenerin verprügelt und beraubt haben. In wesentlichen Details unterscheiden sich die Angaben von Angeklagten und Opfer vor dem Landgericht Essen. Auch die Hintergründe der Tat blieben nebulös.

Der 25-jährige Angeklagte und das Opfer waren vor einiger Zeit noch Nachbarn in Dorsten. Am 4. Dezember rissen die beiden Angeklagten vor dem Haus der Dorstenerin Latten aus dem Jägerzaun. "Die haben wir zum Schutz mitgenommen, weil immer so viele Leute in der Wohnung sind. Unter anderem auch Russen - und die sind gefährlich", sagte der 25-Jährige vor Gericht. Denn, so wurde behauptet, die Dorstenerin sei eine Drogendealerin.

Die Frau habe sie bereits im Treppenhaus mit einem Schlagstock erwartet und sofort zugeschlagen. "Da bin ich in die Wohnung, habe gegriffen, was auf dem Tisch lag und bin schnell wieder raus", so der gebürtige Dorstener weiter. "Gegriffen" hatte er sich zwei Handys, einen Scanner und ein kleines Döschen mit ein paar Gramm Marihuana.

Die Schilderung der Dorstenerin sah anders aus. Sie sei auf dem Weg ins Bad gewesen. "Da kam mir schon die Wohnungstür entgegen geflogen", sagte sie. Die Angeklagten hätten nicht nur die Tür eingetreten, sondern auch sofort mit den Zaunlatten auf sie eingeprügelt. Sie sei kurzzeitig bewusstlos gewesen, habe aber dann den zweiten Angeklagten einfach umgerannt. In der Wohnung habe sie dann mit dem Ex-Nachbarn gerangelt. "Er schrie mich an: Wo hast du deine Kohle?"

Bruder abgezogen?

Als Begründung für den Überfall gab der 25-jährige Angeklagte an, sein Bruder sei von der Frau "abgezogen" worden. Er habe nur das Geld holen wollen, das ihm zustehe. Die Summe bezifferte er mal auf 300, dann auf 500 Euro. Der Prozess wird fortgesetzt. Martina Ricken

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