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Mutter und Tochter in Singapur gestrandet

Flugchaos

DORSTEN Es sollte eigentlich nur ein kurzer Zwischenstopp auf ihrem Weg von Neuseeland nach Frankfurt sein. Doch nach dem Vulkanausbruch auf Island musste die Dorstenerin Susanne Timmermann mit ihrer 16-jährigen Tochter Johanna vier Tage und drei Nächte auf dem Flughafen in Singapur verbringen.

von Von Benjamin Glöckner

, 21.04.2010
Mutter und Tochter in Singapur gestrandet

Gestrandet in Singapur: Johanna Timmermann (M.) musste mit ihrer Mutter Susanne wegen der Aschenwolke vier Tage und drei Nächte auf dem Flughafen Singspur verbringen.

Schon am neuseeländischen Flughafen in Auckland erreichten die beiden die ersten Meldungen von der Aschewolke. Es folgte ein zehnstündiger Flug nach Singapur. Dort wollten die beiden erschöpften Dorstenerinnen am Freitag (16.) einfach nur noch umsteigen. Sie hatte bereits eingecheckt und ihr Gepäck abgegeben, als plötzlich sämtliche Flüge nach Deutschland wegen des Vulkanausbruchs auf Island eingestellt wurden. Es folgte die erste Nacht in einem von Singapur-Airlines bereitgestellten Schlafsack – die Hotels in der Umgebung waren komplett ausgebucht. Die zweite Nacht verbrachten Susanne und Johanna Timmermann in einem Schönheitssalon. „Die Besitzer hatten uns den Raum netterweise als Schlafstätte zur Verfügung gestellt“, war Susanne Timmermann sehr dankbar für diese spontane Hilfsaktion. Am Sonntag konnten die Gestrandeten endlich für zwölf Stunden ein Hotelzimmer ergattern.

Waren die Nächte schon nicht einfach, mussten Mutter und Tochter tagsüber ihr schweres Handgepäck mit sich herumschleppen, in dem sich außer ein paar Mitbringseln für die Familie nur noch Cornflakes befanden. „Wir mussten uns selber Essen und Getränke kaufen.“   Von den Airlines gab es nur einmal ein kleines Lunchpaket, das nicht wirklich ergiebig war. Die Kleidung am Körper wurde mit der Zeit auch nicht besser. Einmal durften die Dorstenerinnen wenigstens an ihre Koffer. „Dafür mussten wir aber unsere Pässe abgeben“, erzählte Tochter Johanna.

Am Montag sollte es dann endlich wieder Richtung Deutschland gehen. Um 22 Uhr Ortszeit bestiegen die Dorstenerinnen eine Lufthansa-Maschine – und die hebte tatsächlich ab. Doch ob der Flug ein glückliches Ende finden sollte, war längst nicht sicher: „Der Kapitän durfte zwar losfliegen, aber ob wir auch in Deutschland landen können, wusste er nicht.“ Aber immerhin habe man genug Sprit im Tank. Beruhigend. Doch am Dienstag landeten sie tatsächlich in Frankfurt. Dort wartete schon Martin Timmermann auf seine Familie, mit der er nur übers Internet Kontakt halten konnte. Auf dem Handy der Tochter war nämlich, wie könnte es anders auf dieser Reise sein, kein Guthaben mehr.