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Neuer Wassersportverein soll das Hallenbad retten

Gründungsversammlung

SCHERMBECK „Vom heutigen Abend an kann man optimistischer in die Zukunft schauen“, bilanzierte Theo Verhoeven am Dienstagabend um 21.28 Uhr das Ergebnis der vorangegangenen Gründungsversammlung des „Wassersportvereins Schermbeck“.

von Von Helmut Scheffler

, 28.04.2010
Neuer Wassersportverein soll das Hallenbad retten

Zum Vorstand des Wassersportvereins Schermbeck gehören (vordere Reihe, v.l.): Heinz Pawlik, Detlef Feustel, Friedhelm Kruezemann, Theo Verhoeven; (hintere Reihe, v.l.): Thorsten Sonsmann, Manfred Lücke, Harald Lütgebaucks und Michael Rüdiger.

„Die Beliebtheit des Hallenbades ist der Grund für uns, aktiv zu werden“, begann Verhoeven als Leiter der Schwimmabteilung des SV Schermbeck die Versammlung im Saal der Gaststätte Ramirez. Im ersten Teil erläuterten Verhoeven und Heinz Pawlik als stellvertretender Leiter der Schwimmabteilung den etwa 170 Zuhörern die bisher erfolgten Bemühungen zum Erhalt des Hallenbades. Seit Ende 2009, als sich die Sorgen um eine anstehende Schließung des Hallenbades öffentlich häuften, hat die Schwimmabteilung federführend nach Möglichkeiten zur Weiterführung des beliebten Solewasserbades Ausschau gehalten, mit Vereinen aus Hünxe, Xanten und Alpen gesprochen, die Bäder ebenfalls privat bewirtschaften, den SVS-Hauptvorstand kontaktiert, Gespräche mit der kommunalen Spitze geführt und im Rahmen einer Versammlung bei Nappenfeld das Interesse an einer privaten Trägerschaft erkundet.

Nach der Vorstellung der Zielsetzungen und der Gruppe engagierter Bürger, die ihre Bereitschaft zur ehrenamtlichen Mitarbeit im Wassersportverein signalisiert hatten, und nach der Eintragung von 60 Mitgliedern leitete Heinz Pawlik auf der Basis eines ausgelegten Satzungsentwurfes den ersten Teil der Vorstandswahlen. Einstimmig wurde der 64-jährige Theo Verhoeven zum Gründungsvorsitzenden gewählt. Der Referent für berufliche Bildung im NRW-Arbeitsministerium leitet seit 1993 die SVS-Schwimmabteilung. „Ich habe das Engagement des Teams gespürt und war dann gerne bereit, dieses Engagement durch die Übernahme des Vorsitzes zu unterstützen“, begründete Verhoeven seine Kandidatur im Gespräch.

Zweiter Vorsitzender ist der Gahlener Harald Lütgebaucks, Vorsitzender Richter beim Landgericht Essen, der seit 1990 Wasserball in Schermbeck spielt und bis 2004 Vorstandsarbeit in der Schwimmabteilung leistete. Rechtsanwalt Detlef Feustel, der die Tauchsportabteilung des TuS Gahlen leitet, ist Geschäftsführer. Sein Stellvertreter Heinz Pawlik ist gleichzeitig Betriebsleiter. Als stellvertretender Betriebsleiter gehört Klaus Herzig dem Vorstand an. Sportlicher Leiter ist Diplom-Sportlehrer Thorsten Sonsmann. Zum Vorstand gehören der Technische Leiter Karl-Heinz Rocke-Lander aus Wesel, Kassierer Manfred Lücke, Schriftführer und Pressewart Friedhelm Kroezemann und der kommissarische Rechnungsprüfer Michael Rüdiger.

Der neue vorstand lässt den Verein möglichst bald ins Vereinsregister eintragen. Er bereitet eine Gebührensatzung vor und setzt sich mit der Gemeinde zusammen, um über die Bereitstellung dringend benötigter Finanzhilfen zu beraten. Gleichzeitig soll die Werbung für Mitgliedschaften forciert werden. Danach wird zu einer Vollversammlung eingeladen. Da die bislang befragten privaten Trägervereine von Hallenbädern zwischen 2000 und 3000 Mitglieder aufweisen, ist der neue Vorstand zuversichtlich, schon bis zur Vollversammlung über 1000 Mitglieder zu verfügen. Dann würden die Kosten pro Mitglied etwa den Kosten in Höhe von 120 Euro entsprechen, die man derzeit für eine Jahreskarte zahlen muss. Wenn die Mitgliederzahl größer wird, reduziert sich der Mitgliedsbeitrag.

Im Frageteil der Versammlung gab es einige Detailinformationen. Es wird über einen ermäßigten Beitragssatz für jene Vereine nachgedacht, die jetzt schon das Hallenbad benutzen. Es soll einen kostengünstigen Familienbeitrag geben. Anneliese Kubik ist bereit, die Cafeteria weiterzuführen. Das Kursangebot soll ebenso vergrößert werden wie die Zusammenarbeit mit den Schulen. Der Verein sucht nun ein Team von Handwerkern und Personen mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen sowie Personen, die über eine Schwimmausbildung verfügen. Listen fürs Eintragen der Mitgliedschaft liegen im Hallenbad aus. „Ich bin jetzt noch zuversichtlicher, dass wir das Ziel erreichen, unser Hallenbad zu erhalten“, blickte Bürgermeister Ernst-Christoph Grüter in seinem abschließenden Grußwort an den neuen Vorstand hoffnungsvoll in die Zukunft. Nun sind er und die fünf Ratsfraktionen gefragt, um dem Wassersportverein zu einem großzügigen Gemeindeanteil im Finanzierungsbudget zu verhelfen.