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Nichts für scheue Rehe

Kirchhellen "Dem zieh ich das Fell über die Ohren." Das ist leichter gesagt als getan. Dass es nämlich nicht so einfach ist, jemandem das Fell über die Ohren zu ziehen, zeigte Gert Mürmann am Samstag.

09.10.2007

Der 33-jährige Metzgermeister klärte Hobbyköche und Jungjäger im Rahmen einer Veranstaltung des RVR Ruhr Grün über das fachgerechte Zerlegen von Rot- und Schwarzwild auf. "Ich bin hier, weil ich lernen möchte, wie man beispielsweise ein ganzes Reh selbst zerwirkt", erklärte Manfred Cremer.

Er war extra aus Bochum angereist und hatte über das Internet von der Veranstaltung erfahren. Da Cremer, wie er selbst sagt, Hobbykoch ist, legt er viel Wert auf frische Produkte. Da liegt es für ihn nahe, sich gemeinsam mit Freunden mal ein ganzes Wildtier zu kaufen und es selbst zu zerlegen.

Schwierige Praxis

Die Praxis der "Wildzerwirkung", wie es im Fachjargon heißt, ist allerdings nicht ganz so einfach, auch wenn Mürmann auf Grund der zehnjährigen Meistererfahrung das erste Tier innerhalb weniger Minuten in Einzelteile zerstückelte.

Zunächst mussten die Beine des Rehs abgesägt werden. Dabei sollte man darauf achten, dass der Schnitt bei den Hinterläufen über den Gelenken gemacht wird, damit man das Tier hinterher noch an den Sehnen aufhängen kann. Dann wird das Wild aus der Decke geschlagen. Das heißt nichts anderes als: Ihm wird das Fell abgezogen.

Angefangen an den Beinen arbeitete sich Mürmann so weit vor, dass nur noch die Rückenpartie im Hängen abgerissen werden musste. Dann wurde der Kopf abgetrennt, die Keulen mussten runter, die Rippen wurden abgeschnitten und das Filet mit den Köpfen ausgelöst. "Man sollte darauf achten, sich vom Messer führen zu lassen", so Mürmann. Mit grober Gewalt würde man die Einzelteile nur verstümmeln.

Schweineschicksal

Die gleiche Prozedur musste auch das Schwein über sich ergehen lassen. Nach der groben Zerlegung folgte ein kurze Pause, denn auch für Nicht-Vegetarier war der Anblick natürlich nicht alltäglich. Dann ging es an den "Feinschliff".

Mit kurzen Handgriffen hatte Metzgermeister Mürmann einige leckere bratenfertige Stücke gezaubert, wie beispielsweise Gulasch aus einige Resten, die zu klein für den Ofen waren oder einen schon geschlauchten Rollbraten. Und die 13 Teilnehmer? Freuten sich im Anschluss, dass sie erstens den Kurs überstanden hatten und hinterher natürlich einiges an frisch zerwirktem Fleisch mitnehmen konnten. dzi

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