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Operation soll Rashids Leben retten

Tante kämpft um das Leben ihres Neffen

Nadine Shaw kämpft um das Leben ihres Neffen. Nur eine Operation in Deutschland kann Rashid Umaru (6) aus Sierra Leone helfen. Ob Rashid den Flug nach Deutschland überlebt, ist aber ungewiss.

Schermbeck

, 26.03.2018
Operation soll Rashids Leben retten

Um das Leben ihres Neffen Rashid Umaru (6/Foto) kämpft die Gladbeckerin Nadine Shaw (M.) mit Unterstützung durch die Gagu-Zwergenhilfe in Person von Dieter Schmitt (l.) und Gudrun Gerwien (r.). © Foto: Berthold Fehmer

Die Kappe eines Stifts hat Rashid im April 2017 in den Mund gesteckt und versehentlich eingeatmet. Jetzt steckt sie vermutlich in seiner Lunge. „Rashids Gesundheit ist stark beeinträchtigt“, sagt seine Tante Nadine Shaw, die in Gladbeck wohnt und mit dem Bruder von Rashids Mutter verheiratet ist. „Rashid hat Atemprobleme und kann nicht mehr zur Schule gehen. Schlafen ist nur etappenweise möglich, weil er viel hustet. Man muss ihm gut zureden oder sogar Gewalt anwenden, damit er Nahrung aufnimmt.“
In Freetown, der Heimatstadt Rashids, versuchten die Krankenhausärzte, ihn zu behandeln. Vergeblich. „Sogar Medizinmänner haben es versucht“, sagt Gudrun Gerwien. Die Vorsitzende der Schermbecker Gagu-Zwergenhilfe, die in Sierra Leone unweit der Hauptstadt Freetown das Kinderheim „Home of Hope“ betreibt, kennt Familie Shaw seit vielen Jahren.

Zusage aus Essen

Der Vater Rashids, ein Geschäftsmann, gab seine Arbeit auf und steckte alles Geld der Familie in die Behandlung seines Sohnes. Er brachte ihn nach Ghana, wo die Krankenhaus-Ärzte aber ebenfalls überfordert sind. „Es fehlt das Equipment“, sagt Nadine Shaw. Jetzt gebe es zwei Möglichkeiten für den Sechsjährigen: „Entweder wir warten auf seinen sicheren Tod, oder wir holen ihn nach Deutschland.“ Sie kontaktierte Hilfsorganisationen und Krankenhäuser und erhielt Antwort vom Universitätsklinikum Essen. „Wir haben die Zusage, dass man den Jungen aufnimmt, wenn 10.000 Euro hinterlegt werden“, sagt Gudrun Gerwien.

Nadine Shaw hatte bereits im Januar in ihrer Heimatstadt Gladbeck einen Hilfsaufruf gestartet und 7500 Euro sammeln können. Von denen sind, nach Abzug der Kosten für die bisherige medizinische Behandlung, noch 5000 Euro übrig. „Wir brauchen noch mindestens 5000 Euro“, sagt Gudrun Gerwien, die auf die Hilfsbereitschaft der Schermbecker setzt.

„Er wird es schaffen“

Am 11. April soll Rashid mit seinem Vater nach Deutschland fliegen. Ein großes Risiko. Denn Ärzte hatten geraten, Rashid nur in niedriger Flughöhe mit Beatmungsgerät und medizinischem Personal fliegen zu lassen. „So was ist kaum zu bezahlen“, sagt Gudrun Gerwien. Da es Rashid derzeit etwas besser geht, hofft Nadine Shaw, dass er den Flug unter „normalen“ Bedingungen überlebt. „Er hat bis jetzt gekämpft, er wird es schaffen.“

Für Rashids Vater und Mutter ist die Situation umso komplizierter, weil die Mutter im sechsten Monat schwanger ist. „Ich kann sie doch nicht alleine lassen“, habe Rashids Vater am Telefon zu ihr gesagt und geweint, sagt Nadine Shaw. Aber auch, dass es der Mutter besser gehe, seitdem sie merke, dass Rashid geholfen werden soll. „Die Nachbarn dort sind wie Familie – sie ist nicht allein.“

Im Essener Klinikum soll Rashid operiert werden. „Mit ganz viel Glück können die Ärzte die Kappe endoskopisch entfernen“, sagt Gudrun Gerwien. Falls die Behandlung weniger koste als 10.000 Euro, solle das übrige Geld an die Familie gehen. Gerwien: „Das ist nachher eine Familie mit zwei Kindern, die nichts mehr hat.“


Die Gagu-Zwergenhilfe hat ein Sonderkonto bei der Volksbank Schermbeck eingerichtet. Unter dem Kennwort „Rashid“ kann gespendet werden unter
DE60 4006 9363 0777 7779 07. Spendenquittungen können ausgestellt werden.