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Raus aus der Abhängigkeit

Dorsten Ihren fünften Geburtstag feiert jetzt die Suchtberatung, die der Caritasverband Dorsten mit dem St. Elisabeth-Krankenhaus im November 2002 ins Leben rief.

29.10.2007

"Zur ersten Sprechstunde kamen sechs Patienten", erinnert sich Christa Trzaska, die als Caritas-Mitarbeiterin die offene Sprechstunde einmal wöchentlich in den Räumen des Sozialdienstes im Krankenhaus anbietet.

"Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Suchtpatienten während ihres Krankenhausaufenthaltes zur Entgiftung besonders empfänglich für potenzielle Beratung sind", weiß die Diplom-Psychologin, die die neue Hilfeleistung schnell erweiterte: Im Januar 2003 traf sich erstmalig die Informations- und Motivationsgruppe für Betroffene und Angehörige, die von zwei langjährig abstinent lebenden Ehrenamtlichen geleitet wird. Als 2003 Dr. Tanja Menting die Aufgabe der ärztlichen Suchtbeauftragten übernahm, stellte sie die medikamentöse Entgiftung auf Präparate um, die kein Suchtpotenzial in sich bergen und konnte dadurch die Verweildauer von 14 auf sieben Tagen senken.

Hohe Sensibilität

Entspannungstraining, das den körperlichen Entgiftungsprozess positiv beeinflusst und den Betroffenen Alternativen zur Stressbewältigung an die Hand gibt, runden die psychosoziale Begleitung von Suchtpatienten im Krankenhaus ab.

"Insgesamt hat sich das Projekt gut bewährt", resümiert Christa Trzaska. Die Angebote würden von den Patienten sehr gut angenommen: 169 Personen in der Suchtsprechstunde zählte die Statistik für das Jahr 2006 und mit 83 Patienten hat sich der Zulauf zur Motivationsgruppe in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt.

Auch atmosphärisch habe sich in den letzten fünf Jahren vieles positiv verändert: "Das Personal ist hochmotiviert und hat ein geschultes Auge für Suchtkranke und -gefährdete entwickelt", freut sich Christa Trzaska über die gewachsene Sensibilität.

Die "stationären" Angebote ermöglichen nicht nur die Früherkennung und Frühbehandlung von Suchtabhängigen. Sie erleichtern dem Betroffenen, auch nach seiner Entlassung den Schritt in eine Selbsthilfegruppe zu finden.

"Nach meiner stationären Entgiftung 1992 streichelte mir eine Schwester mit den Worten ,Das wird schon wieder? über den Kopf und dann war ich wieder in die feindliche Welt voller alkoholischer Verführungen entlassen", erzählt ein "trockener" Ehrenamtlicher heute in der Motivationsgruppe von seinem erfolgreichen Weg in die Abstinenz. Als lebendiges Beispiel macht er allen Betroffenen Mut, dass es sich lohnt, trocken zu bleiben. sing

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