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Recyclingpark ist ohne Saft und Kraft

Insolvenzantrag

DORSTEN Die Hoffnungen, dass der Kraftwerks-Bau auf dem Gelände des Fürst-Leopold-Recycling-Parks bald fortgesetzt und abgeschlossen werden kann, haben einen weiteren Dämpfer bekommen: Das Unternehmen musste jetzt einen Insolvenz-Antrag stellen.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 22.04.2010

Wie Geschäftsführer Andreas Werdermann von der Walldorfer Muttergesellschaft Bio-Innovativpark GmbH mitteilte, ist der Antrag bereits am 7. April gestellt worden, weil sich die Suche nach einem Recycling-Park Käufer zu lange hingezogen habe.

Werdermann sieht aber nach wie vor gute Chancen, dass die Verhandlungen doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden können: "Wir führen derzeit Gespräche mit fünf ernsthaften Interessenten aus der Branche, die selbst bereits an anderen Standorten derartige Kraftwerke betreiben." Als vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Amtsgericht Essen Rechtsanwalt Dr. Stephan Thiemann von der Münsteraner Pluta-Kanzlei bestellt, die sich bereits europaweit einen Namen gemacht hat.Chancen für einen Verkauf sind da

Zu den Aussichten, dass an der Wienbecke trotzdem keine Industriebrache entsteht, sondern doch noch ein funktionierendes Kraftwerk mit einer Pellet-Produktion kombiniert werden kann, äußerte sich Günter Kesselmann. Der Energieberater der Stadt Dorsten, der sich augenblicklich hauptsächlich um das Erlebnisbad Atlantis kümmert, sieht keine schlechten Chancen für einen Verkauf: "Oft waren Interessenten den Insolvenz-Eintritt ab, weil danach der Erwerb günstiger wird." Ein seriöses Unternehmen, das sowohl über Kompetenz wie über Kapital verfügt, davon ist Kesselmann überzeugt, hätte gute Chancen, eine Pelletproduktion in der Rundhalle rentabel zu betreiben und die nötige Energie dafür selbst mit dem Kraftwerke zu erzeugen.

Kesselmann räumte auch mit zwei Legenden auf:

► Verträge zur Versorgung öffentlicher Gebäude hätten niemals ausgereicht, den Kraftwerkbetrieb ganzjährig lukrativ zu machen: "Der Energiebedarf von Gebäuden wie der Berufsschule ist dafür viel zu gering und hauptsächlich auf zehn kalte Tage im Jahr beschränkt."

► Das Projekt ist nicht am Flächenbedarf gescheitert. Wie Werdermann bestätigte, reicht das vorhandene Gelände völlig aus.