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Rewe Conrad merkt die neue Konkurrenz

Edeka-Neueröffnung auf dem Zechengelände

Vor einem Monat hat Ralf Honsel auf dem Zechengelände den „größten Edeka-Frischemarkt der Region“ eröffnet. Die erste Bilanz des Kaufmanns fällt sehr positiv aus, doch nicht überall ist die Stimmung so euphorisch - bei Rewe Conrad zum Beispiel.

Hervest

, 01.03.2018
Rewe Conrad merkt die neue Konkurrenz

Vor 20 Jahren haben Friedhelm und Sigrid Conrad den Rewe-Markt an der Glück-Auf-Straße übernommen, 2012 erweitert und modernisiert. Sie hoffen, dass sich die Investition langfristig auszahlt.

Friedhelm Conrad ist ein typischer Nahversorger. In seinen Rewe-Markt an der Glück-Auf-Straße kommen vor allem Kunden aus Hervest. Doch seit vier Wochen spürt der Kaufmann, dass ein neuer Wettbewerber da ist. Ein großer Wettbewerber, nur einen Kilometer Luftlinie entfernt.

Dreimal so große Verkaufsfläche

Mit einem deutlich größeren Sortiment, einer fast dreimal so großen Verkaufsfläche. „Klar“, sagt Conrad, „wir merken das an der Kundenfrequenz und dem Umsatz. Aber für ein endgültiges Urteil ist es noch zu früh.“ Die Entwicklung kommt für Friedhelm Conrad und Ehefrau Sigrid nicht überraschend. Vor 20 Jahren haben sie den 1980 eröffneten Rewe-Markt übernommen. Da war das Ende der Kohleförderung in Dorsten schon beschlossene Sache. „Seit 2005 wurde darüber diskutiert, ob auf das Zechengelände ein Lebensmittelgeschäft kommt“, erinnert er sich.

2012 viel in den Laden investiert

Dass Edeka-Mann Honsel dort zum Zuge kommt, ist seit Jahren bekannt. Die Flucht haben die Eheleute Conrad aber nicht ergriffen. Einen hohen sechsstelligen Betrag“ haben sie 2012 in ihren Laden gesteckt und u.a. die Verkaufsfläche auf 860 Quadratmetern erweitert. Ein Geschäft in Scholven kam vor vier Jahren hinzu.

„Wir wollten uns breiter aufstellen, anders geht es heutzutage nicht mehr.“ Ob sich die Investition für die Inhaber sowie die etwa 35 Mitarbeiter und vier Auszubildenden auszahlt, wissen Friedhelm und Sigrid Conrad nicht. „Am Ende entscheidet der Kunde, was er haben möchte.“

Metzgerei Bellendorf

Metzgermeister Josef Bellendorf spürt in seiner Filiale im Harsewinkel seit Jahren, wie schwierig der Standort geworden ist. „Die Frequenzbringer wie dm und Ihr Platz sind weg“, sagt er, „die Entwicklung auf der Zechenfläche ist ja politisch gewollt.“ Dass Honsel eine große Frischetheke und eine Metzgerei hat, ist für Bellendorf, der auch zwei Filialen in der Innenstadt betreibt, fast schon egal. „Wir sind ein Nahversorger, die Kunden können bei uns vor der Haustür parken und müssen nicht durch den ganzen Laden laufen.“ Mit Skepsis verfolgt auch Thomas Hein, was sich auf dem Zechengelände tut.

Einbußen befürchtet

Der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Altstadt fürchtet erhebliche Einbußen für die City-Geschäfte, wenn neben Honsel auch noch weitere Fachmärkte, u.a. Rossmann, eröffnen. „Wir haben in den nächsten Jahren eine Baustelle vor der Geschäftstür, andere locken die Kunden an.“

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Von den ursprünglichen Plänen rund ums Creativ-Quartier mit Kunst und Kultur sei lange nicht mehr die Rede. Ralf Honsel scheint derweil die für ihn richtige Entscheidung getroffen zu haben. Er bestätigte auf Anfrage, dass die ersten Wochen für seinen neuen Markt sehr erfolgreich waren. „Wir fanden den Laden natürlich schon in der Planung toll und wollten Kunden nicht nur zufriedenstellen, sondern begeistern. Und dies scheint offensichtlich gelungen zu sein“, bestätigte er. „Noch nie haben wir so viel positives Feedback gehabt.“

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